In Deutschland ist der Herz-Kreislaufstillstand mit etwa 50.000 Fällen pro Jahr die dritthäufigste Todesursache. Im Falle eines Herzstillstands ist schnelles Handeln entscheidend, da bereits wenige Minuten ohne Sauerstoff zu bleibenden Schäden führen können. Um die Überlebenschancen von Betroffenen zu erhöhen, hat der Landkreis Fürstenfeldbruck die Initiative „Region der Lebensretter“ ins Leben gerufen. Diese Initiative hat ein innovatives, app-basiertes System entwickelt, das Ersthelfer alarmiert und sie zum Einsatzort bringt. Weitere Informationen zur App und zur Registrierung finden Sie auf der Website www.regionderlebensretter.de.

Die Symptome eines Herz-Kreislaufstillstands, wie Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und fehlender Puls, treten oft plötzlich auf und enden in neun von zehn Fällen tödlich. Daher ist es entscheidend, dass registrierte Ersthelfer schnell zur Stelle sind. Die Registrierung ist für volljährige Personen mit medizinischer Qualifikation möglich, darunter Feuerwehr, Rettungsdienst, Pflege und Ärzteschaft. Die Anmeldung erfolgt über die App und erfordert das Hochladen von Nachweisen sowie die Bestätigung von Datenschutz- und Schweigepflichtserklärungen. Diese Qualifikationsnachweise werden von Feuerwehrarzt Daniel Wachter und dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdiensts, Michael Daunderer, geprüft.

Das Ersthelfersystem im Detail

Ein weiteres spannendes Forschungsprojekt in diesem Bereich ist die HEROES-Studie, die am Zentrum für Notfall- und Rettungsmedizin des Freiburger Universitätsklinikums durchgeführt wird. Das Ziel dieses Projekts ist die Verkürzung des therapiefreien Zeitintervalls bei Herzstillstand durch ein Smartphone-basiertes Ersthelfersystem. Gefördert von der Deutschen Herzstiftung mit 47.500 Euro, alarmiert dieses System medizinisch geschulte Ersthelfer über eine App. Diese Helfer führen dann Herzdruckmassage, Beatmung und die Anwendung eines Defibrillators (AED) durch, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Die Koordination des Projekts liegt in den Händen von Dr. Jan-Steffen Pooth, einem Assistenzarzt und Notfallmediziner, während Prof. Dr. med. Michael Patrick Müller die Leitung innehat.

Das System funktioniert so, dass registrierte Ersthelfer in der Nähe eines Herzstillstands sofort Push-Mitteilungen erhalten und Routen zum Einsatzort angezeigt bekommen. In vielen Fällen werden nur die Ersthelfer alarmiert, die innerhalb von drei bis fünf Minuten beim Patienten sein können, da ein Rettungswagen im Schnitt neun Minuten ab dem Notruf benötigt. Diese effiziente Alarmierung kann in der entscheidenden Phase, in der die Überlebenschancen bei Herz-Kreislauf-Stillstand nach fünf Minuten auf etwa 50% sinken und nach neun Minuten nahezu Null betragen, Leben retten.

Vielfalt der Ersthelfer-Apps

In Deutschland gibt es mehrere Apps, die in diesem Bereich eingesetzt werden. In Nordrhein-Westfalen sind unter anderem die Systeme „Mobile Retter“, „Corhelper“ und „Katretter“ im Einsatz. Die App „Region der Lebensretter“ ist ein weiteres Beispiel für ein solches System, das von den Rettungsleitstellen genutzt wird. Die Qualifikationen für die Registrierung als Ersthelfer können variieren und umfassen in der Regel medizinische Ausbildungen oder regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse.

Durch solche Initiativen und Technologien wird nicht nur das Bewusstsein für die Notwendigkeit von schnellem Handeln bei Herz-Kreislaufstillständen geschärft, sondern auch die Chancen der Betroffenen auf ein Überleben signifikant erhöht. Es ist eine wichtige Entwicklung, die zeigt, wie moderne Technologien und gemeinschaftliches Engagement Hand in Hand gehen können, um Leben zu retten. Weitere Informationen zu diesem Thema sind unter Süddeutsche Zeitung sowie Herzstiftung verfügbar.