Heinrich Reinhold, ein weniger bekannter aber dennoch faszinierender Maler der Romantik, zieht die Aufmerksamkeit der Kunstliebhaber auf sich. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wird im Museum Fürstenfeldbruck eine Sonderausstellung anlässlich seines 200. Todestags gezeigt. Unter dem Titel „Neue Wege. Heinrich Reinhold im Kreis seiner Künstlerfreunde“ wird vom 17. Oktober bis 8. Februar eine aktive Auseinandersetzung mit seiner Kunst und seinem Leben präsentiert. Kuratiert von Caroline Sternberg und Edigna Hillebrand, wird hier deutlich, dass Reinholds Werke durch mehr als nur Techniken besticht – sie erzählen Geschichten über eine Zeit des Aufbruchs.

Im Herbst 1818 unternahm Reinhold eine eindrucksvolle Reise von Salzburg nach Berchtesgaden, die ihn durch die atemberaubenden Berge Tirols bis zurück zur Donau bei Linz und schließlich nach Wien führte. Auf ihren Fußmärschen waren die Künstler, die mit ihm reisten, an Bergpanoramen interessiert und hielten diese in Skizzen sowie Ölgemälden fest. Neu für diese Zeit war ihr Ansatz, das Atelier zu verlassen und die Natur direkt zu erleben, anstatt draußen zu malen – eine Neuigkeit, die sich bald in der Landschaftsmalerei durchsetzen sollte.

Kunst im Sturm der Natur

Die Reise war alles andere als einfach. Die Künstler erlebten Sturm und Regen, während sie das rauhe Terrain durchquerten. Interessanterweise war zu dieser Zeit noch kein Tourismus in dem Sinne etabliert, wie wir ihn heute kennen. Es gab keine Wanderkarten oder Reiseführer, und die Unterkünfte waren oft spärlich. Die Künstler mussten sich mit den Gegebenheiten einer vorindustriellen Gesellschaft auseinandersetzen und waren dabei besonders auf ihre Kreativität angewiesen. Wer hätte gedacht, dass sie sogar Schweineblasen verwendeten, um ihre Farben zu transportieren?

An der Grotte Cocumella in Sorrent, die Reinhold ins Zentrum eines seiner Werke stellte, ist das beeindruckende Landschaftsgefühl erlebbar. Die Ausstellung beleuchtet, wie die Gruppe von Künstlerfreunden diese Landschaften im Einklang mit ihrer Umwelt erlebte, ohne sich von Architektur oder Figuren ablenken zu lassen. Ein besonderer Blick fällt auf das Werk „Rastende Künstler im Gebirge“, das Johann Christoph Erhard 1819 schuf und das die Vertrautheit mit der Natur widerspiegelt.

Ein Blick auf Reinholds Erbe

Reinhold wurde am 18. Juli 1788 in Gera geboren und starb im Alter von nur 36 Jahren in Rom. Er wurde als Sohn des Porträt- und Genremalers Johann Friedrich Leberecht Reinhold geboren und wuchs in einem kreativen Umfeld auf. Nach seinem Studium an der Kunstakademie in Dresden zog er 1806 nach Wien, wo er eine neue Leidenschaft für die Landschaftsmalerei entwickelte. Viele seiner waren Arbeiten wurden von namhaften Persönlichkeiten, darunter Karl Friedrich Schinkel, geschätzt und fanden später ihren Platz in Sammlungen wie der Hamburger Kunsthalle.

Die aktuelle Ausstellung wird zudem von der zeitgenössischen Künstlerin Iska Jehl ergänzt. Ihre Werke bilden einen spannenden Kontrast zu den Landschaften Reinholds und laden die Besucher ein, die Zeitströme zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erkunden.

In einer Zeit, in der auch die kulturellen Erlebnisse in der Musik für Aufsehen sorgen, kann man sich neben dem Besuch der Kunst auch mit den neuesten Klängen der Band Coldplay beschäftigen, die, wie man hört, mit ihrem zehnten Studioalbum „Moon Music“ auf Tour geht. Die passenden Tickets sind auf Plattformen wie Ticketmaster erhältlich.