Der Landkreis Fürstenfeldbruck befindet sich auf einem ambitionierten Weg in die Zukunft der Mobilität. Bis zum Jahr 2030 soll die gesamte Bus-Flotte emissionsfrei fahren, was einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Verkehrsinfrastruktur darstellt. Aktuell sind bereits 17 Elektrobusse im Einsatz, von insgesamt 146 Bussen. Diese elektrischen Fahrzeuge haben ihren ersten Auftritt auf der MVV-Linie 830 zwischen Puchheim und Lochhausen vor Ostern 2025. Die Umstellung auf Elektromobilität wird von der Bevölkerung überwiegend positiv aufgenommen: Eine Umfrage des MVV ergab, dass rund 90 Prozent der Anwohner die Transformation des ÖPNV unterstützen (Merkur).
Um den elektrischen Betrieb weiter auszubauen, sind bis Dezember 2028 in zwei Etappen elf bis zwölf weitere E-Busse geplant. Die neuen Elektrobusse werden voraussichtlich auf den Linien 845 (Fürstenfeldbruck innerorts), 873 (Fürstenfeldbruck-Maisach), X850 (Fürstenfeldbruck-Puchheim-Ort-Germering) und 855 (Puchheim innerorts) eingesetzt. Zudem soll die FLEXlinie, ehemals MVV-RufTaxi, mit 17 Minibussen vollständig auf Batteriebetrieb umgestellt werden. Die Umrüstung wird durch eine Bundesförderung in Höhe von rund 2,27 Millionen Euro unterstützt, die kürzlich an den Landkreis vergeben wurde (LRA Fürstenfeldbruck).
Neue Haltestellen und Bürgerbeteiligung
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Umstellung sind die sukzessive eingerichteten Ausstiegshaltestellen für die elektrische FLEXlinie in mehreren Orten wie Alling, Eichenau und Emmering. Elf Kommunen haben bereits Standortwünsche geäußert, um die Erreichbarkeit zu verbessern. Diese neuen Haltestellen sind kostengünstig, da sie lediglich mit einem Plastikschild am Pfahl gekennzeichnet werden. Etwa 99 Prozent aller Adressen im Landkreis sind maximal 400 Meter von einer Haltestelle entfernt, was die Nutzung des ÖPNV erleichtert.
Die positiven Rückmeldungen der Fahrgäste und Anwohner spiegeln sich auch in den steigenden Fahrgastzahlen wider. Im November 2025 wurden etwa 61.000 Beförderungsfälle an Werktagen verzeichnet, was ein Allzeithoch darstellt. Kreistagsreferent Max Keil hebt die hohe Zustimmung der Bevölkerung zu den Elektrobus-Projekten hervor, die nicht nur die Luftqualität verbessern, sondern auch die Lärmbelästigung in Wohngebieten reduzieren werden.
Unterstützung durch den Bund und Ausblick
Die Förderung der Elektromobilität ist Teil einer nationalen Strategie zur Reduzierung von CO₂-Emissionen im Verkehrssektor. Bundesminister Patrick Schnieder übergab im Rahmen der Fachkonferenz „klimafreundliche Busse“ in Berlin Förderurkunden an Verkehrsunternehmen, wodurch insgesamt 151 Unternehmen 417 Millionen Euro erhalten. Diese Mittel fließen in die Beschaffung von 1.887 neuen Elektrobussen. Mit der Unterstützung von rund 1,5 Milliarden Euro seit 2021 wird die Transformation des öffentlichen Nahverkehrs weiter vorangetrieben (BMV).
Insgesamt zeigt sich, dass der Landkreis Fürstenfeldbruck mit seiner Elektrifizierungsstrategie nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet, sondern auch die Lebensqualität seiner Bürger durch eine modernisierte und umweltfreundliche Mobilität verbessert. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die gesteckten Ziele zu erreichen und die Akzeptanz in der Bevölkerung weiter zu festigen.