In Bayerns Wäldern gibt es derzeit so viel und so dickes Holz wie nie zuvor. Besonders die privaten Wälder in Bayern tragen zu diesem beeindruckenden Holzvorrat bei. Bayern steht nicht nur bundesweit, sondern auch weltweit an erster Stelle, wenn es um die Holzvorräte geht. Dies ist besonders bemerkenswert in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau, wo viele Waldbesitzer ihren Wald als eine Art Sparbuch betrachten, in dem Holz angelegt wird. Doch dieser Vergleich ist nicht mehr ganz zutreffend, denn die Rahmenbedingungen und der Umgang mit dem Wald haben sich erheblich verändert. Für weitere Details zu diesen Entwicklungen lohnt sich ein Blick auf die umfassenden Daten der Bundeswaldinventur (BWI), die alle zehn Jahre durchgeführt wird, um den Zustand und die Veränderung des Waldes in Deutschland zu erheben (Quelle).

Bayern hat mit 2,6 Millionen Hektar die größte Waldfläche aller Bundesländer. Über ein Drittel des Landes ist bewaldet, was die immense Bedeutung der Wälder für die bayerische Landschaft und Wirtschaft verdeutlicht. Im Rahmen der vierten Bundeswaldinventur, die 2021 und 2022 durchgeführt wurde, sammelten 21 speziell geschulte Försterinnen und Förster Daten an rund 100.000 Bäumen an über 8.000 Inventurpunkten. Dabei wurden rund 150 verschiedene Parameter erfasst, darunter Baumhöhe, Durchmesser in Brusthöhe (BHD), Schäden, Verjüngung und Totholz. Aktuell beträgt der Holzvorrat in Bayerns Wäldern etwa 1,011 Milliarden Festmeter (Vfm), was einem Durchschnitt von 405 Vfm/ha entspricht. Damit liegt Bayern über dem deutschen Durchschnitt von 335 Vfm/ha. Über 62 % des Holzvorrats entfallen auf Privatwald, während Staatswald, Körperschaftswald und Bundeswald jeweils geringere Anteile aufweisen (Quelle).

Aktuelle Trends und Herausforderungen

Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass der Holzvorrat in Bayern zugenommen hat, insbesondere bei Laubholz, während die Nadelholzvorräte leicht zurückgegangen sind. Zwischen 2012 und 2022 betrug der jährliche Zuwachs in Bayern 25,7 Millionen Vfm, was allerdings einen Rückgang von über 12 % im Vergleich zur vorherigen BWI darstellt. Der durchschnittliche jährliche Abgang belief sich auf rund 25,4 Millionen Vfm, wovon etwa 22,1 Millionen Vfm auf aktive Nutzung entfielen. Diese Zahlen verdeutlichen die dynamische Entwicklung der bayerischen Wälder und die Herausforderungen, die mit der nachhaltigen Forstwirtschaft einhergehen. Zudem ist der Totholzvorrat auf durchschnittlich 29,9 Vfm/ha gestiegen, ein wichtiger Faktor für die Biodiversität. Allerdings wurde an über 41 % der Inventurpunkte keine Nutzung festgestellt, was auf einen Pflegebedarf hinweist (Quelle).

Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2022 werden voraussichtlich im Oktober 2024 veröffentlicht und könnten weitere Aufschlüsse über die Entwicklung der bayerischen Wälder geben. Die Strukturerhebung der Forstbetriebe liefert wertvolle Daten zur Verteilung der Waldflächen in Deutschland, unterteilt nach Waldeigentumsarten wie Bundes-, Landes-, Körperschafts- und Privatwald. Diese Informationen sind entscheidend für die Planung und Umsetzung nachhaltiger Forstwirtschaftsstrategien. Auch die Holzbearbeitungsstatistik und die Holzeinschlagsstatistik spielen eine wichtige Rolle, um die Zugänge, Abgänge und Bestände an Rohholz und Erzeugnissen des holzbearbeitenden Gewerbes nach Herkunft und Holzart zu erfassen (Quelle).

Insgesamt zeigt sich, dass die bayerischen Wälder nicht nur eine wertvolle Ressource darstellen, sondern auch vor Herausforderungen stehen, die eine nachhaltige Bewirtschaftung erfordern. Die Entwicklungen in den letzten Jahren machen deutlich, dass es wichtig ist, den Wald nicht nur als Rohstoffquelle zu betrachten, sondern auch als ein Ökosystem, das zahlreiche Funktionen für die Umwelt und die Gesellschaft erfüllt.