In Freising haben Störche ein ungewöhnliches Plätzchen für ihre Nestbauversuche auserkoren: Die Mariensäule, eines der bekanntesten Denkmäler der Stadt. Auf der über acht Meter hohen Säule versuchen ein Paar junger Störche, ihr Nest aus Zweigen zu errichten. Doch die Rahmenbedingungen sind alles andere als ideal, wie Bild berichtet. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher beschreibt die Situation als besorgniserregend, da die Oberfläche der Mariensäule viel zu klein ist, um ein stabiles Nest zu bauen.

Die Stadt hat bereits erste Schäden an der Krone des Denkmals festgestellt, was die Behörden alarmiert hat. So haben die Ämter für Stadtplanung, Hochbau und Denkmalpflege ihre Blicke auf das Geschehen gerichtet und als wenig erfolgversprechend eingestuft, dass die Störche auf der Mariensäule dauerhaft bleiben können. Die Frage des Neststandortes beschäftigt die Verantwortlichen besonders, da ein vollendetes Nest durchaus mehr als 100 Kilogramm wiegen kann, ältere Nester sogar bis zu zwei Tonnen.

Nistplatz-Alternativen

Eine Lösung könnte ein Alternativnest sein, das bereits in Planung ist. Die Stadt beabsichtigt, es auf einem Hausdach in der Nähe zu installieren, erklärt Nordbayern. Diese Stelle wurde ausgewählt, weil das Storchenpaar diese in der Vergangenheit als Nistplatz in Betracht gezogen hat. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die Störche das neue Nest annehmen werden. Falls sie weiterhin auf der Mariensäule bleiben, könnte dies problematisch für das Denkmal werden.

Die Stadt hat die Nestversuche bereits als dauerhafte Belastung für die Mariensäule kategorisiert, und auch Experten sehen die Chancen des Storchennests auf dem Denkmal als gering an. Es wird vermutet, dass es sich um ein unerfahrenes Paar handelt, das nicht die nötige Erfahrung hat, um an einem solch ungeeigneten Ort zu nisten.

Die Herausforderungen für Störche

Für viele Störche ist die Wahl des richtigen Nistplatzes entscheidend. Es gibt grundlegende Tipps, die bei der Suche nach einem geeigneten Standort helfen können, wie Niedersachsen Störche zusammenfasst: Der Standort sollte in der Nähe von Nahrungsflächen liegen, eine freie Anflugschneise bieten und vor allem sicher sein. Eine Nisthilfe sollte zudem gut erreichbar sein, um eventuelle Hilfestellungen für die Tiere zu ermöglichen.

Das Storchennest auf der Mariensäule sorgt für Diskussionen und Schnittstellen zwischen Naturschutz, Denkmalpflege und Stadtschutz. Ob die Störche letztlich ihren Platz auf der Mariensäule finden oder die Stadt ein Alternativnest annehmen kann, bleibt abzuwarten. Die nächsten Tage werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich die Situation weiterentwickelt.