Am 9. März 2026 wird im Landkreis Freising der bundesweite „Intersektionale Frauenstreik“ stattfinden. In Moosburg, einer der 80 Teilnehmerstädte, beginnt der Streik um 16 Uhr auf dem „Plan“. Die Initiatorin des lokalen Streiks, Susanne Kerscher, eine 55-jährige Erzieherin, die im Moosburger Jugendhaus tätig ist, hat die Organisation übernommen und betont, dass der Streik für alle Frauen gedacht ist, auch für diejenigen, die aus verschiedenen Gründen nicht selbst teilnehmen können. Der Streik zielt darauf ab, die Sichtbarkeit der Arbeit von Frauen und marginalisierten Menschen zu erhöhen und auf wichtige gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen.

Zu den Hauptanliegen gehören die Umsetzung der Istanbuler Konvention zum Schutz von Frauen und Gewaltopfern, die Gleichstellung der Geschlechter in Bezug auf Löhne (Equal Pay) sowie die Anerkennung von Care-Arbeit, die oft von Frauen geleistet wird. Kerscher hebt auch die Schwierigkeiten hervor, die Frauen nach Trennungen oder bei Gewalt erfahren, und spricht sich gegen den Rechtsruck in der Politik aus, der marginalisierte Gruppen betrifft. Weitere Themen umfassen das Ehegattensplitting und die Herausforderungen, vor denen Alleinerziehende stehen.

Ein starkes Zeichen der Solidarität

Der Frauenstreik wird bundesweit vom „Töchterkollektiv“ organisiert, das als Reaktion auf eine Debatte von Friedrich Merz entstanden ist. Auch in Moosburg werden etwa 200 Teilnehmende erwartet, und die Vorbereitungen laufen gut. Genehmigungen sind bereits erteilt, und es werden Rednerinnen für die Veranstaltung erwartet. Das Moosburger Gymnasium wird sich mit einem Beitrag zum Musical „Made in Dagenham“ beteiligen. Der „Plan“ wird von 16 bis 20 Uhr für die Kundgebung gesperrt, wobei die Vorbereitungen um 14 Uhr beginnen.

Die Botschaften des Streiks sind klar: Frauen und marginalisierte Menschen sind tragende Säulen der Gesellschaft, und ohne ihre Arbeit stünde vieles still. Der Streik fordert Gleichstellung, Gerechtigkeit und eine starke Demokratie. Besondere Aufmerksamkeit wird denjenigen gewidmet, die am stärksten betroffen sind, darunter Frauen mit Migrationsgeschichte, Schwarze Frauen, Frauen of Color sowie trans und nicht-binäre Menschen. Gleichberechtigung in der Lohnstruktur und die Sichtbarmachung von Care-Arbeit sind zentrale Anliegen der Bewegung.

Intersektionalität als Schlüssel zur Veränderung

Das Konzept der Intersektionalität, eingeführt von Kimberlé Crenshaw im Jahr 1989, zeigt die Überschneidungen von Machtachsen wie Geschlecht, „race“ und Klasse auf. Diese Perspektive ist entscheidend, um die bestehenden Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen und nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Feministische Ansätze betonen die Sichtbarmachung und den Abbau unterschiedlicher Formen von Diskriminierung. Eine feministische Führungskultur fördert nicht nur Frauen, sondern auch alle unterrepräsentierten Gruppen und trägt somit zur Schaffung eines inklusiven und gerechten Arbeitsumfelds bei.

Die Organisation des Streiks in Moosburg lädt jeden ein, auch Männer, sich zu beteiligen und die Anliegen der Frauen und marginalisierten Gruppen zu unterstützen. Kontakt zum Organisationsteam kann über Instagram (@frauenstreik2026.moosburg) oder per E-Mail (frauenstreik2026.moosburg@gmx.de) aufgenommen werden. Am 9. März wird ein starkes Zeichen der Solidarität gesetzt, das die Forderungen nach Gleichstellung und Gerechtigkeit in den Vordergrund rückt. Weitere Informationen sind in dem Artikel auf Merkur und den Inhalten des Töchterkollektivs zu finden. Es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam für eine gerechtere Zukunft eintreten.