Freising im Wandel: Hoffnung und Herausforderungen in der Kinderbetreuung
Heute ist der 17.06.2026 und in Freising tut sich einiges in der Welt der Kinderbetreuung. Karl-Heinz Wimmer, der Referatsleiter für Bildung, Soziales und Sport der Stadt, hat sich kürzlich zu den Entwicklungen geäußert. Die Aufregung ist verständlich, denn die Zahl der Eltern, die auf einen Kita-Platz warten, hat sich verringert. Statt 684 Kindern vor drei Jahren warten nun nur noch 216 auf einen Platz im kommenden Betreuungsjahr. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber Wimmer warnt: „Es gibt keinen Grund zum Jubeln.“
Das Warten auf einen Platz ist für viele Familien, vor allem für Mütter, kein Zuckerschlecken. Einige müssen ihren Job aufgeben oder können nicht zurückkehren, was die Situation für viele zur Zerreißprobe macht. Im Mai 2024 standen noch 539 Familien auf der Warteliste, 2025 waren es 340, und jetzt, 2026, sind es eben die 216. Unter diesen warten etwa 100 Kinder auf einen Hort- oder Ganztagsplatz, während 71 Krippenkinder, die teilweise unter einem Jahr alt sind, keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz haben. Manchmal ziehen Eltern sogar ihre Anfragen zurück, wenn sie keinen Platz in ihrer Wunscheinrichtung bekommen. Ein ständiges Auf und Ab!
Der Fachkräftemangel bleibt ein Sorgenkind
Ein entscheidender Faktor in diesem Spiel bleibt das Personal. Trotz der positiven Entwicklungen ist der Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung nach wie vor spürbar. Die Stadt hat zwar an einem besseren Anstellungsschlüssel festgehalten, was zu verbesserten Arbeitsbedingungen für das Kita-Personal führt, doch die Rekrutierung von Kräften, die nur am Nachmittag arbeiten wollen, gestaltet sich als Herausforderung. Immerhin gibt es Hoffnung: Auszubildende stehen kurz vor ihrem Abschluss, und die Stadt macht kontinuierlich Stellenausschreibungen. Es bewerben sich wieder Betreuungskräfte, was die Lage ein wenig entspannt.
Die Zahlen sprechen für sich: 691.000 Beschäftigte in der Kinderbetreuung im Jahr 2014 sind auf 1.030.000 im Jahr 2024 gestiegen – ein Zuwachs von fast 50 Prozent! Dennoch gilt das Berufsfeld nach wie vor als Engpassberuf. Die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich liegt bei 1,7 Prozent, was unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt ist. Doch die Herausforderung bleibt: Es gibt einfach nicht genug Fachkräfte, um die Nachfrage zu decken. Der Medianlohn liegt bei 3.767 Euro für eine Vollzeitstelle, was nicht gerade üppig ist im Vergleich zu anderen Berufen.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Ab diesem Jahr haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz. Das könnte die Situation weiter anheizen, denn die zukünftige Nachfrage bleibt unklar. Was passiert, wenn noch mehr Eltern einen Platz für ihre Kinder fordern? Die Stadt muss sich anstrengen, um mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Die Arbeitsagenturen fördern bereits die Ausbildung von Erziehern, sodass in den letzten fünf Jahren 7.400 erfolgreiche Abschlüsse erzielt wurden. Es bleibt abzuwarten, ob das ausreicht, um den Engpass in der Kinderbetreuung langfristig zu beheben.
Insgesamt zeigt sich, dass in Freising Bewegung in die Sache kommt. Die Situation hat sich im Vergleich zu vor drei Jahren verbessert, sowohl für Eltern als auch für Mitarbeiter. Doch der Weg ist noch weit und jeder Schritt zählt. Die Herausforderung bleibt, und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Lage weiter entwickelt.
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