Die Zukunft der Altersvorsorge steht vor einem Umbruch – und das nicht nur in Forchheim. Ab dem 1. Januar 2027 wird das neue Altersvorsorge-Depot (AV-Depot) ins Leben gerufen, was für viele eine spannende Möglichkeit bieten könnte, sich gegen Altersarmut abzusichern. Die Sparkasse Passau und die Volksbank Bamberg-Forchheim haben sich bereits in Stellung gebracht und wollen bis dahin passende Angebote zum Aktiensparen bereitstellen. Hintergrund ist der besorgniserregende Trend: sinkendes Rentenniveau und steigende Rentenbeiträge. Das alles führt dazu, dass die private Altersvorsorge immer wichtiger wird.

Die beiden Banken sehen den Wegfall der verpflichtenden Kapitalgarantie als Chance. Christoph Helmschrott von der Sparkasse Passau und Alexander Brehm von der Volksbank Bamberg-Forchheim sind überzeugt, dass ihre Angebote auf großes Interesse stoßen werden. Helmschrott erinnert sich an die starken Börseneinbrüche vergangener Jahre – Dotcom-Blase, Finanzkrise, Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg… Die Liste ist lang. Brehm hingegen betont, dass eine private Altersvorsorge heutzutage unumgänglich ist, um die Rentenlücke in den Griff zu bekommen.

Ein neuer Weg zur Altersvorsorge

Aktien, ja, die gelten in Deutschland oft als spekulativ. Aber Brehm ist da anderer Meinung: Langfristig, über einen Zeitraum von mindestens zehn bis 15 Jahren, hätten sich Aktien als vergleichsweise stabile und renditestarke Anlageform erwiesen. Die Sparkasse bezeichnet es als vorteilhaft, dass im neuen AV-Depot keine vollständige Kapitalgarantie mehr vorgeschrieben ist. Die Garantie bietet zwar Sicherheit, schränkt aber die Möglichkeiten für renditeorientierte Anlagen ein. Und wer will nicht die besten Chancen auf eine gute Rendite nutzen?

Die Kunden können weiterhin zwischen verschiedenen Optionen wählen. Ob sie sich für Garantieprodukte oder eine lebenslange Rente in der Auszahlungsphase entscheiden, bleibt ihnen überlassen. Ein kluger Ratschlag der Volksbank: Zuerst Angebote vergleichen, sich beraten lassen und dann entscheiden – nicht übereilt einen Vertrag abschließen!

Breite Auswahl für alle Anleger

Die Sparkasse Passau plant, zwei breit gestreute ETFs anzubieten: einen weltweit investierenden Aktien-ETF und einen Euro-Renten-ETF mit Anleihen und Laufzeiten von höchstens drei Jahren. Die jährlichen Kosten sollen dabei nur 0,10 Prozent betragen, und die Depotführung wird kostenlos sein. Im „Classic-Modell“ wird zunächst das gesamte Guthaben in den Aktien-ETF investiert. Fünf Jahre vor dem geplanten Auszahlungsbeginn werden 50 Prozent des angesparten Guthabens in den Renten-ETF umgeschichtet. Und zwei Jahre vor der Auszahlung werden weitere 20 Prozent umgeschichtet. Eine clevere Strategie, um das Risiko kurz vor der Auszahlung zu minimieren.

Die Volksbank plant ihr Standarddepot mit einer Kostenquote von etwa 0,6 Prozent. Sie begründet das mit dem Ziel langfristiger Preisstabilität, denn dauerhaft sehr niedrige Gebühren könnten auf dem Markt nicht sicher sein. Wer also auf der Suche nach einer individuellen Lösung ist, wird auch bei der Volksbank fündig. Sie bieten zusätzlich anbietergesteuerte Varianten an, auch Lösungen mit Kapitalgarantien sind möglich.

Staatliche Förderung für die Altersvorsorge

Ein spannender Aspekt des neuen Altersvorsorge-Depots ist die staatliche Förderung, die ab 2027 greift. Eigenbeiträge werden mit Zuschüssen belohnt – die ersten 360 Euro pro Jahr werden mit 50 Prozent bezuschusst, maximal also 180 Euro. Wer zwischen 360 und 1.800 Euro einzahlt, erhält zusätzlich 25 Prozent Förderung. Das kann sich ordentlich summieren! Bei einem Jahresbeitrag von 1.800 Euro könnten insgesamt bis zu 540 Euro an staatlicher Förderung in das Depot fließen. Und für Familien gibt es sogar bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind und Jahr.

Die Ansparphase bietet zudem einen steuerlichen Vorteil: Umschichtungen und Erträge sind steuerfrei, die Besteuerung erfolgt erst bei der Auszahlung – perfekt für alle, die an langfristiger Planung interessiert sind. Dabei gibt es drei Produktvarianten zu wählen: ein ETF-Depot ohne Garantie, das Depot mit Beitragsgarantie und das Standarddepot, das sich automatisch an das Alter anpasst.

Die Reform des Altersvorsorge-Depots soll die Riester-Rente ab 2027 ersetzen. Ziel ist es, Rentenlücken durch eine kapitalmarktbasierte Zusatzrente zu schließen. Besonders Familien können von den Kinderzulagen profitieren. Doch nicht für jeden ist dieses Modell geeignet – Menschen kurz vor dem Ruhestand haben weniger Zeit, die Kursschwankungen auszusitzen, und nicht jeder kann sich die vollen Einzahlungen leisten, um die Förderungen auszuschöpfen.

Eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema Altersvorsorge kann helfen, die eigenen Möglichkeiten besser zu verstehen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. So wird der Weg in die finanzielle Unabhängigkeit ein Stückchen klarer.