Die asiatische Tigermücke hat sich in Bayern, insbesondere in München, zur Plage entwickelt. Diese invasive Art, die ursprünglich aus Südostasien stammt, gelangte über den Güter- und Reiseverkehr nach Europa. Wetter-Experte Jörg Kachelmann warnte bereits 2023 vor der Migration dieser Mücke nach Norden. Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind mittlerweile Populationen in Städten wie Nürnberg, Forchheim, Wunsiedel, Fürth, München und Würzburg etabliert. Was das Ganze noch brisanter macht: Diese Populationen überwintern und könnten somit eine dauerhafte Bedrohung darstellen.

Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist tagsüber aktiv und hat sich als einer der aggressivsten Mückenarten weltweit einen Namen gemacht. Sie kann zwar Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen, doch die hier vorkommenden Exemplare sind in der Regel keine Träger dieser Erreger. Dennoch steigt das Risiko der Übertragung mit der Ausbreitung der Mücken, was die Sorgen der Bevölkerung weiter anheizt. Die Stadt München reagiert auf die Situation und bietet Infoveranstaltungen an, um die Bürger über diese Mückenart zu informieren. Termine sind unter anderem am 21. April in der Stadtbibliothek Hadern und am 23. April in einem Webinar geplant.

Vorsicht vor Brutstätten

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek betont die Wichtigkeit der Vermeidung von Brutstätten. Stehendes Wasser in Gießkannen, Vogeltränken und sogar Weihwasserschälchen bietet der Tigermücke ideale Bedingungen zur Eiablage. Die Weibchen legen ihre Eier oberhalb von Wasserflächen ab, und diese sind äußerst resistent gegenüber Kälte und Trockenheit. Larven können sogar Monate nach der Eiablage schlüpfen, wenn der Wasserpegel steigt. Biologin Silke Göttler hebt hervor, dass die Bürger aktiv dazu beitragen können, die Mückenpopulation zu kontrollieren, indem sie Regentonnen mückensicher verschließen und stehendes Wasser regelmäßig leeren.

Von Mai bis Oktober setzt das LGL ein Mücken-Monitoring in Rosenheim, Passau und Memmingen fort, um die Ausbreitung der Tigermücke effektiv zu überwachen. Die Unterstützung der Kommunen bei der Überwachung und Bekämpfung dieser Mückenart ist von großer Bedeutung, um das Risiko für die Bevölkerung zu minimieren.

Eine globale Herausforderung

Die asiatische Tigermücke hat sich nicht nur in Deutschland verbreitet, sondern ist mittlerweile auch in mindestens 26 weiteren europäischen Staaten nachgewiesen. In Italien ist sie nahezu flächendeckend etabliert. Krankheitsfälle von Dengue- und Chikungunya-Fieber sind bereits in Südeuropa dokumentiert worden. Daher ist eine Überwachung an Risikostandorten in Deutschland notwendig, um der Mückenplage Herr zu werden.

Das Projekt „Mückenatlas“ ermöglicht zudem eine Bürgerbeteiligung zur Erforschung von Stechmückenarten. Jeder kann helfen, die Verbreitung dieser Mücken zu dokumentieren und somit zur Prävention beizutragen. Mückenstiche jucken nicht nur unangenehm, sie können auch ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Daher ist es ratsam, wachsam zu sein und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um sich und andere zu schützen. Für weiterführende Informationen steht die Webseite des Umweltbundesamtes zur Verfügung.