Künstliche Intelligenz im Krankenhaus: Viele Alarme, wenig Nutzen!
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt langsam Fahrt auf, doch der Weg ist noch steinig. Künstliche Intelligenz und Automatisierung finden zunehmend ihren Platz in deutschen Krankenhäusern und Apotheken. Eine aktuelle Dissertation von Dr. Jacqueline Bauer der Universität Erlangen-Nürnberg gibt Aufschluss über die Wirksamkeit klinischer Entscheidungshilfen, wie dem Meona-CDSS, die bei 160 Patienten untersucht wurden. Hierbei zeigt sich, dass zwar 82% der generierten Warnhinweise technisch korrekt sind, jedoch nur 20% als patientenrelevant eingestuft wurden. Diese hohe Rate klinisch weniger bedeutender Alarme belastet die Effizienz im Klinikalltag erheblich, berichten ad-hoc-news.de.
Die Herausforderungen sind klar: Während zunehmend digitale Systeme in der Medizin zum Einsatz kommen, ersetzen sie keinesfalls die pharmazeutische Expertise, sondern unterstützen sie vielmehr. Ein Beispiel liefert das St. Marien-Krankenhaus Siegen, das seit März 2026 Unit-Dose-Automaten zur Medikamentenausgabe nutzt. Diese Technik sorgt dafür, dass Medikamente einzeln verpackt und mit einem Barcode versehen werden, bevor sie mit dem Patientenarmband abgeglichen werden. Ziel ist es, Verwechslungen zu vermeiden und Pflegekräfte von administrativen Aufgaben zu entlasten.
Die elektronische Patientenakte – Auf dem Weg zur Verbesserung?
Ein weiterer Meilenstein in der Digitalisierung ist die neue Ausbaustufe der elektronischen Patientenakte (ePA), die seit dem 15. Juli 2026 pilotiert wird. Hierbei wird der elektronische Medikationsplan (eMP) in die Rezeptbelieferung integriert. Zukünftig haben Apotheken die Möglichkeit, rezeptfreie Medikamente und sogar Betäubungsmittel in die ePA einzupflegen. Zudem werden Dosierungsänderungen automatisch übernommen, und die ePA listet alle E-Rezepte der letzten zwölf Monate auf, wodurch der Zugriff auf relevante medizinische Daten erleichtert wird. Laut data-unplugged.de geht der Wechsel vom Opt-in- zum Opt-out-Verfahren einher, was bedeutet, dass Versicherte automatisch eine ePA erhalten, es sei denn, sie widersprechen.
Doch trotz dieser Fortschritte gibt es auch hier Herausforderungen: Vor allem die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen ist unzureichend. Internationale Vergleiche zeigen, dass Länder wie die skandinavischen Staaten bereits KI-gestützte Systeme einsetzen, um Pflegekräfte bei Entscheidungen zu unterstützen. In Deutschland jedoch scheint es bisher an der nötigen Vernetzung und an strukturierten Gesundheitsdaten zu mangeln, was den Einsatz von KI behindert. Unstrukturierte Daten müssen erst mit Hilfe von KI verschlagwortet werden, was oft an fehlenden Trainingsdaten scheitert.
Ein Blick in die Zukunft
Die Notwendigkeit der Digitalisierung wird angesichts des Fachkräftemangels und einer alternden Bevölkerung immer dringlicher. Die Techniker Krankenkasse hat sich zum Ziel gesetzt, verschiedene digitale Angebote zu vernetzen, um die Behandlung zu verbessern. Klar wird: Ein effizientes Datenmanagement ist der Schlüssel zu zukünftigen digitalen Initiativen im Gesundheitswesen. Der Deutsche Apothekerverband und der Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Benutzeroberflächen ihrer Programme zu optimieren. Diese Schritte könnten entscheidend sein für einen effizienteren Umgang mit Gesundheitsdaten und die Verbesserung der Patientenversorgung.
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Digitalisierung im Gesundheitssektor viele Chancen bietet, die es zu nutzen gilt. Dabei ist es wichtig, aus den Fehlern anderer Länder zu lernen und pragmatische Lösungen zu finden, um den Umgang mit der modernen Technik zu verbessern. Die kommenden Jahre dürften entscheidend dafür sein, wie nachhaltig die Digitalisierung im Gesundheitswesen in Deutschland verankert werden kann.
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