Erlangen bremst beim Stadtradeln: ADFC übt scharfe Kritik!
Im Jahr 2026 verzichtet die Stadt Erlangen erneut auf die Teilnahme am beliebten Rad-Wettbewerb Stadtradeln. Das ist nicht das erste Mal, dass die Stadt bei diesem Wettbewerb außen vor bleibt. Interessanterweise sammeln die Nachbarkreise im Landkreis Erlangen-Höchstadt große Strecken beim Stadtradeln. Warum bleibt Erlangen zurück? Diese Frage stellt sich gerade angesichts der Kritiken des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der die Entscheidung bedauert und auch auf die Notwendigkeit hinweist, dass beim Stadtradeln Probleme angesprochen werden sollten. Das Fehlen einer entscheidenden Ressource scheint der Hauptgrund für die Absage zu sein, berichtet nn.de.
Die Ernüchterung über die Absage ist groß, denn Erlangen gilt als eine Stadt, die sich um eine fahrradfreundliche Infrastruktur bemühen sollte. Doch was ist mit den Radfahrern in der Stadt? Ein kurzer Blick auf die Radfahrer selbst zeigt, dass diese, gemeinsam mit Fußgängern, als ungeschützte Verkehrsteilnehmer gelten. Sie haben keine „Knautschzone“ und müssen daher besonders umsichtig im Verkehr agieren, wie der ADFC auf seiner Webseite betont. Es ist wichtig, defensiv zu fahren und auf die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen, um das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten.
Radfahren ist im Trend
Trotz der frustrierenden Entwicklungen in Erlangen zeigt die allgemeine Fahrradnutzung in Deutschland einen positiven Trend. Der kürzlich veröffentlichte „Fahrrad-Monitor 2025“ des Bundesverkehrsministeriums offenbart, dass der Anteil der Menschen, die regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind, von 39 % auf 41 % gestiegen ist. Radfahren für alltägliche Erledigungen, wie das Einkaufen oder den Weg zur Arbeit, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Besonders erfreulich ist, dass 22 % der berufstätigen Radfahrer ihr Rad fast täglich für den Arbeitsweg nutzen, bei Auszubildenden sind es sogar 33 %.
Doch wo Licht ist, da gibt es auch Schatten: Die Sorgen um die Sicherheit beim Radfahren sind nicht zu unterschätzen. Laut der Studie haben 52 % der Befragten Angst vor Fahrraddiebstahl, und das Sicherheitsgefühl beim Radfahren ist gesunken. So fühlen sich insbesondere Frauen und ältere Menschen weniger sicher im Straßenverkehr. Die Hauptgründe dafür sind rücksichtslose Autofahrer (60 %), zu viel Verkehr (48 %) und hohe Geschwindigkeiten (47 %). Diese Unsicherheiten sind klare Indizien, dass die Radwegeinfrastruktur in vielen Städten, auch in Erlangen, optimiert werden muss. Der ADFC fordert daher einen beschleunigten Ausbau des Radwegenetzes und die Umsetzung von Maßnahmen, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen, wie adfc.de berichtet.
Forderungen zum Umdenken
Es liegt „ein gutes Händchen“ in der Zukunft der Radfahrer, wenn Städte wie Erlangen die genannten Forderungen des ADFC ernst nehmen. Die Organisation setzt sich für ein deutschlandweites Alltags-Radnetz und strengere Regeln beim Überholen von Radfahrern ein. Innerhalb der Stadt soll Tempo 30 zur Regel werden, während nur Ausnahmen eine höhere Geschwindigkeit rechtfertigen sollten. Auch der Umbau gefährlicher Kreuzungen sollte Priorität haben, um das Sicherheitsgefühl der Radfahrer zu fördern.
Die Entscheidungen in Bezug auf Erlangens Teilnahme am Stadtradeln und die allgemeine Radinfrastruktur sind nicht isolierte Themen, sondern Teil eines größeren gesellschaftlichen Wandels hin zu einer nachhaltigen Verkehrsführung. „Da liegt was an“ – nicht nur für die Stadt, sondern auch für alle, die sich auf zwei Rädern fortbewegen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann ein sicheres und angenehmes Radfahren in der Stadt gewährleistet werden.
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