Heute ist der 29.04.2026. Mit tiefem Bedauern geben wir bekannt, dass Prof. Dr. Rolf Sauer, der ehemalige Ärztliche Direktor des Uniklinikums Erlangen, im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Seine Lebensgeschichte ist geprägt von einem unermüdlichen Einsatz für die Medizin, insbesondere im Bereich der Strahlentherapie und Krebsmedizin, wo er über Jahrzehnte hinweg Maßstäbe setzte.
Prof. Sauer wurde am 19. September 1939 in Hamburg geboren und begann sein Medizinstudium in Hamburg und Wien, wo er 1963 seinen Abschluss machte. Nach seiner Promotion in Hamburg diente er zwei Jahre als Stabsarzt bei der Bundeswehr, bevor er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Physiologie der Universität Basel tätig wurde. Seine Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie in Basel legte den Grundstein für eine beeindruckende Karriere.
Ein Leben für die Medizin
Im Jahr 1976 habilitierte sich Sauer mit einer Arbeit über Dosisleistungseffekte an pluripotenten hämatopoetischen Stammzellen der Maus. 1977 übernahm er den ersten Lehrstuhl für Strahlentherapie in Bayern und den vierten in Deutschland an der Universität Erlangen. 1996 wurde er zum ärztlichen Direktor des Universitätsklinikums Erlangen ernannt, eine Position, die er bis 2006 innehatte, als Werner Bautz ihm nachfolgte.
Sauer war nicht nur ein angesehener Arzt, sondern auch ein engagierter Wissenschaftler, der zahlreiche Fortschritte in der brusterhaltenden Therapie des Mammakarzinoms und in der organerhaltenden Strahlentherapie des Blasenkarzinoms initiierte. Seine wissenschaftlichen Arbeiten haben die Behandlung von Krebserkrankungen nachhaltig beeinflusst und vielen Patienten neue Hoffnung gegeben.
Ein Vermächtnis der Innovation
Er gründete das Erlanger Tumorzentrum und war bis 1992 dessen Vorsitzender. Zudem initiierte er 1981 ein flächendeckendes Weiterbildungsprogramm in Radioonkologie für Ärzte in Weiterbildung in Deutschland. Seine Leidenschaft für die Forschung und Lehre war unermüdlich, und er war maßgeblich an der Gründung der Arbeitsgruppe für klinische Krebsforschung der Deutschen Krebsgesellschaft beteiligt.
Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2008 blieb er aktiv im wissenschaftlichen Diskurs und war Herausgeber des Lehrbuchs Radiologie, das 2011 in der vierten Auflage erschien. Prof. Sauer hinterlässt nicht nur eine beeindruckende akademische Hinterlassenschaft, sondern auch eine Familie, die ihm stets zur Seite stand: Er war verheiratet und Vater von drei Kindern.
Ein Verlust für die Gemeinschaft
Das Uniklinikum Erlangen und die medizinische Gemeinschaft trauern um den Verlust von Prof. Dr. Rolf Sauer. Sein Engagement und seine Expertise werden unvergessen bleiben. Sein Wirken hat nicht nur die Strahlentherapie geprägt, sondern auch das Leben vieler Menschen zum Besseren gewendet. Die Trauer um seinen Verlust verbindet sich mit Dankbarkeit für seine herausragenden Verdienste in der Medizin.
Für weiterführende Informationen über Prof. Dr. Rolf Sauer und seine Leistungen in der Medizin, besuchen Sie bitte die Wikipedia-Seite oder lesen Sie den Artikel auf nn.de.