Heute, am 11. Mai 2026, wird in Erlangen ein ganz besonderes Kapitel der internationalen Zusammenarbeit aufgeschlagen. Das ORTAK-Projekt, das die Gemeinden Beşiktaş in der Türkei und Erlangen in Deutschland vereint, hat nicht nur die Brücken zwischen zwei Kulturen geschlagen, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zum Katastrophenschutz geleistet. Über die letzten Jahre hat sich viel getan und das Engagement beider Städte ist deutlich spürbar.
Im Rahmen des ersten ORTAK-Projekts, das für die Jahre 2024 und 2025 ins Leben gerufen wurde, lag der Fokus auf dem Katastrophenschutz und der Suchhundestaffel. Dies ist ein Bereich, der in beiden Städten zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im Jahr 2023 wurde die Fortführung dieses Projektes genehmigt, mit dem Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich im Katastrophenschutz engagieren. Ein Besuch einer fünfköpfigen Delegation von Katastrophenschützern aus Beşiktaş in Erlangen Mitte April war das Highlight dieses Vorhabens.
Einblick in den Katastrophenschutz
Die Delegation, unter der Leitung von Kemalettin Arslan, dem Direktor für Zivilschutz und Katastrophenmanagement, hatte die Gelegenheit, die Strukturen des Katastrophen- und Zivilschutzes in Erlangen und Deutschland kennenzulernen. Dabei wurde nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Notfallpläne und öffentliche Informationsprozesse im Bereich Feuer- und Katastrophenmanagement eingehend untersucht. Auch die Kultur des Ehrenamtes in Deutschland stand auf der Agenda, und die Beşiktaş-Delegation war beeindruckt von der Professionalität und dem Engagement der deutschen Blaulicht-Behörden.
Die Unterschiede zwischen den beiden Städten sind dabei nicht zu übersehen. Während in Deutschland die ehrenamtlichen Organisationen kommunal und staatlich organisiert sind, müssen die türkischen Organisationen selbst für ihre Finanzierung und Organisation sorgen. Eine Herausforderung, mit der sich die türkischen Kollegen konfrontiert sehen. Doch die Stadt Erlangen hat bereits Möglichkeiten zur Unterstützung der türkischen Ehrenamtlichen in Aussicht gestellt, was eine positive Entwicklung darstellt.
Technologische Innovationen und zukünftige Kooperation
Ein spannendes Projekt aus Beşiktaş ist die Entwicklung einer App, die sichere Treffpunkte bei Erdbeben anzeigen soll. Dies ist ein praktischer Schritt zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit und zur Steigerung des Bewusstseins für Zivilschutz. Bei den Besuchen in Erlangen, unter anderem bei der Firma Lukas Hydraulik und dem Bayerischen Roten Kreuz, wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit auf vielen Ebenen stattfindet. Es wurden nicht nur Rettungsübungen an der Kletterwand abgehalten, sondern auch die Fachbereiche der verschiedenen Organisationen näher betrachtet.
Das ORTAK-Projekt wird durch Engagement Global und die Mercator Stiftung im Rahmen der Deutsch-Türkischen Initiative finanziell unterstützt. Dies zeigt, wie wichtig den Beteiligten die Stärkung der zivilen Verteidigung und des Katastrophenschutzes ist. Ein weiteres Treffen ist bereits geplant, bei dem eine hochrangige Delegation aus Erlangen im Februar 2025 Beşiktaş besuchen wird. Die Vorfreude ist bereits spürbar!
Das Engagement beider Städte ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie internationale Beziehungen und Zusammenarbeit in Krisenzeiten nicht nur menschliche Tragödien abwenden, sondern auch dazu beitragen, dass sich Communities entwickeln und wachsen. Man kann nur gespannt sein, welche Impulse und Ideen aus dieser Zusammenarbeit in Zukunft entstehen werden.