In der malerischen Umgebung zwischen Kalchreuth und Heroldsberg tut sich etwas. Nach einer langen Pause wird in der Tongrube am Mistelberg wieder Ton abgebaut. Ja, richtig gelesen! Der Abbau, der 2005 eingestellt wurde, hat nun eine neue Wendung genommen. Der frische Ton wird direkt zur nahen Verladestation transportiert. Was nach einem klaren Fortschritt klingt, bringt jedoch einige Fragen mit sich, denn die zukünftige Entwicklung dieser Tongrube bleibt unklar.

In der Bürgerversammlung Mitte März dieses Jahres wurde das Thema bereits aufgeworfen. Da wurde auch direkt gefragt, ob der Ton-Abbau wirklich wieder aufgenommen werden würde. Ein Bildervergleich, der am großen See in Richtung Heroldsberg zeigt, sorgte für einige Diskussionen. Und während die Gemeinden Kalchreuth und Heroldsberg darauf warten, Informationen vom Bergamt in Bayreuth zu erhalten, ist der Eigentümer bereits aktiv geworden. Im Oktober 2022 hat er dem Bergamt die Wiederaufnahme des Tonabbaus angezeigt. Im Dezember 2022 informierte die Firma Gebrüder Schultheiß GmbH & Co KG die Gemeinde Kalchreuth über den geplanten Grubenbetrieb.

Die Hintergründe des Abbaus

Die Wiederaufnahme stützt sich auf eine Baugenehmigung aus dem Jahr 1986. Ein bisschen verwirrend, oder? Die Gemeinden haben jedoch Bedenken geäußert und das Bergamt um eine Überprüfung gebeten. Sie sind der Meinung, dass das Bergrecht aufgrund des langen Stillstandes erloschen sein könnte. Doch das Bergamt hat abgelehnt, da die Betriebsunterbrechungen offiziell angezeigt und genehmigt wurden. Ein ständiges Hin und Her, das für wenig Klarheit sorgt.

Das Gelände der Tongrube erstreckt sich über etwa zwei bis drei Hektar. Die ersten Aktivitäten dort begannen 1987. Seitdem gab es verschiedene Pläne zur Rekultivierung, die jedoch allesamt gescheitert sind. Ein geplanter 18-Loch Golfplatz wurde 2005 vom Gemeinderat abgelehnt – verständlich, wenn man sich die Landschaft anschaut, die eine ganz eigene, natürliche Schönheit hat. 2016 wurde ein Bebauungsplan für ein „Naturlabor Alte Tongrube“ beschlossen, doch auch dieser wurde 2020 für unwirksam erklärt. Es ist, als würde man ständig im Kreis drehen.

Ein Blick in die Zukunft

Der aktuelle Stand ist folgender: Ein Abschlussbetriebsplan steht noch aus. Dieser soll nach der Ausbeute der noch vorhandenen Rohstoffe beim Bergamt Nordbayern eingereicht werden. Ein Fachanwalt hat 2022 empfohlen, einen neuen Bebauungsplan zu entwickeln, der Ziele für Geologie- und Naturinformation sowie Naherholung festlegt. Aber wird dieser Plan wirklich Rechtskraft erlangen? Das bleibt abzuwarten. In einem Gerichtsverfahren wurde deutlich, dass die Gemeinden die Interessen des Eigentümers stärker berücksichtigen müssen. Es gab bereits mehrere Gespräche zwischen den Gemeinden und dem Eigentümer, doch eine echte Annäherung ist bislang nicht in Sicht.

So bleibt der Abbau von Ton am Mistelberg nicht nur ein Thema für die Anwohner, sondern auch ein spannendes Kapitel in der Geschichte der Region. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation bald klärt und die verschiedenen Interessen in Einklang gebracht werden. In der Zwischenzeit bleibt es spannend, wie sich die Pläne rund um die Tongrube entwickeln werden.