Heute ist der 22.04.2026, und die Gemeinde Walpertskirchen im Landkreis Erding ist in Trauer. Ein tragischer Betriebsunfall hat das Leben eines 45-jährigen Landwirts gefordert, der tot aus einer Güllegrube geborgen wurde. Der Mann wurde am Sonntagvormittag gegen 10:30 Uhr als vermisst gemeldet. Ein offenstehender Schachtdeckel der Güllegrube war entdeckt worden, nachdem besorgte Nachbarn Alarm geschlagen hatten.

Die örtliche Polizei suchte die Umgebung nach dem vermissten Mann ab, auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz. Am Sonntagnachmittag um 16:15 Uhr wurde die Leiche des Mannes durch einen Taucher in der Güllegrube gefunden. Die Polizei gab an, dass der Landwirt am Sonntag verstorben sei. Eine Obduktion der Leiche ist geplant, während die Kriminalpolizei Erding den Unfallhergang untersucht. Derzeit gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden, und es wird von einem Betriebsunfall ausgegangen.

Gefahren in Güllegruben

Güllegruben sind oft mit unsichtbaren Gefahren verbunden. In diesen Gruben können hochkonzentrierte Gase wie Schwefelwasserstoff, Methan und Kohlenstoffdioxid entstehen, die schnell zu Bewusstlosigkeit und sogar zu tödlichen Vergiftungen führen können. Im Jahr 2024 haben bereits drei Menschen beim Umgang mit Gülle ihr Leben verloren. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) weist auf die Risiken hin, die beim Arbeiten mit Gülle auftreten. Etwa 33.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle ereignen sich jährlich in der Landwirtschaft, wobei der Umgang mit Gülle besonders gefährlich ist.

Durchschnittlich enden zwei von 163 Unfällen im Zusammenhang mit Gülle tödlich. Die meisten dieser Unfälle geschehen beim Einsatz von Güllefässern, Güllerührwerken und Pumpen. Der falsche Einstieg ins Güllelager ist häufig die Ursache für solche tragischen Vorfälle. Daher ist es entscheidend, sich an die Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit Gülle zu halten. Vor dem Einstieg in eine Güllegrube sollte diese vollständig entleert und alle Anlagenteile abgeschaltet und gesichert werden.

Sicherheitsvorkehrungen und Notfallmaßnahmen

Die SVLFG empfiehlt, für ausreichende Atemluft zu sorgen und den Einstieg nur mit Rettungsgurt und unter der Aufsicht von mindestens zwei Personen zu gewährleisten. Im Unglücksfall sollte Ruhe bewahrt, der Notruf 112 abgesetzt und Frischluft zugeführt werden. Regelmäßige Unterweisungen für alle im Betrieb lebenden Personen sind ebenfalls von großer Bedeutung, um das Risiko solcher Unfälle zu minimieren. Weitere Informationen sind in der Broschüre B25 Flüssigmist verfügbar, die auf der Webseite der SVLFG heruntergeladen werden kann.

Dieser tragische Vorfall erinnert uns daran, wie wichtig Sicherheit und Vorsicht im Umgang mit landwirtschaftlichen Arbeitsmitteln sind. Die Natur kann sowohl Lebensspender als auch Lebensnehmer sein. In diesem Sinne sollten wir alle die Lehren aus solchen Unfällen beherzigen und das Bewusstsein für die Gefahren schärfen, die im Alltag auf uns lauern.