Die Sanierung des denkmalgeschützten Widnmann-Palais in Erding ist ein Projekt, das nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch die Kassen strapaziert. Ursprünglich wurden die Kosten auf 13 Millionen Euro geschätzt. Doch das, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist eine andere Liga: Die aktuelle Schätzung beläuft sich schon auf stolze 27 Millionen Euro! Und das, obwohl die Bauzeit bereits um 1,5 Jahre überschritten ist. Ein wahres Trauerspiel, könnte man sagen!

Der Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) und Architekt Lorenz Lehmair scheinen sich auch nicht gerade grün zu sein. Während Lehmair verschiedene Gestaltungsvarianten für die neuen Türen präsentierte – die historischen Türen sollen sogar saniert und mit Lärmschutz aufgewertet werden – gibt es von Bayerstorfer ordentlich Kritik. Die hohen Kosten von rund 5000 Euro pro Tür sind ihm ein Dorn im Auge, und er fordert Einsparungen von mindestens 1000 Euro pro Tür. Das Vorhaben wird nun bis zur Klärung der Kosten auf Eis gelegt. Ein wenig wie ein Schachspiel, bei dem die Figuren immer wieder neu aufgestellt werden müssen.

Wichtige Details zur Sanierung

Im Kontext der Sanierung ist zu erwähnen, dass das Widnmann-Palais nicht barrierefrei ist, was zu einem Plan B führt: Ein großer Umbau ist in Aussicht, der den Abriss der westlichen Anbauten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts vorsieht. Geplant ist zudem ein Neubau für Abteilungen mit weniger Publikumsverkehr, was die jährlichen Mietkosten um 330.000 Euro senken könnte. Ein kleiner Lichtblick in diesem ganzen Kostenchaos, könnte man sagen.

Die Sanierung des Palais zieht sich nun schon seit 2016, und die Mieter – darunter Fachhochschule, Versicherung und die Süddeutsche Zeitung – mussten bereits ihre Zelte abbrechen, damit das Gesundheitsamt einziehen kann. Das ursprüngliche Ziel war es, die Sanierung bis Ende 2025 abzuschließen. Nun soll der Umzug ins neue Rückgebäude des alten Landratsamts bis Ende April 2027 über die Bühne gehen. Auch hier stellt sich die Frage: Wird es wirklich klappen?

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Steuerliche Vorteile nutzen

Ein interessanter Aspekt, der bei solchen Sanierungen nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist die Denkmal-AfA – ein steuerliches Förderinstrument, das den Eigentümern unter die Arme greift. Wenn das Palais vermietet wird, können die Sanierungskosten zu 100 % abgesetzt werden. Bei Eigennutzung sieht es auch nicht schlecht aus: Hier sind immerhin 90 % absetzbar! Das könnte für den ein oder anderen Investor ein willkommenes Zuckerl sein.

Die gesetzliche Grundlage sieht vor, dass bei vermieteten Objekten die Sanierungskosten über 12 Jahre abgeschrieben werden können, was sich als sehr vorteilhaft erweisen kann, vor allem für die Eigentümer mit hohem Steuersatz. Wer hätte gedacht, dass sich der lange Atem beim Umbau auch steuerlich auszahlen könnte! Aber Achtung: Die Abstimmung mit der Denkmalbehörde sollte vor Baubeginn erfolgen, sonst könnte der Anspruch auf erhöhte Abschreibung flöten gehen. Und das will wirklich niemand riskieren.

Schließlich bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge rund um das Widnmann-Palais weiterentwickeln. Wird der hohe Kostenrahmen doch noch in den Griff bekommen? Und kann die Sanierung zu einer echten Bereicherung für Erding werden? Die Zeit wird es zeigen.

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