Innovative Jugendarbeit im Landkreis Erding: Internationale Perspektiven und kreative Projekte
In Erding tut sich einiges in der Jugendarbeit. Die Geschäftsstelle des Erdinger Kreisjugendrings (KJR) mag zwar schwer zu finden sein, doch die neuen Entwicklungen, die dort unter der Leitung von Kristin Hüwel, seit Mai 2023 Geschäftsführerin, vorangetrieben werden, sind bemerkenswert. Der Landkreis Erding wird derzeit als bundesweite Blaupause für innovative Jugendarbeit angesehen, insbesondere im Rahmen des Projekts „Europa-Flaggschiffe“ des Bayerischen Jugendrings (BJR). Ziel dieses Projekts sind Workshops, Konferenzen und Coachings, die speziell darauf abzielen, wie europäische Jugendarbeit jungen Menschen im ländlichen Raum helfen kann.
Die Herausforderungen, vor denen der Landkreis steht, sind nicht zu vernachlässigen. Zersiedelung und ein unzureichender ÖPNV im Vergleich zu Metropolen wie München stellen die Verantwortlichen vor große Aufgaben. Doch die Jugendarbeit wird durch eine Steuergruppe mit Sozialpartnern, Verbänden und Bürgermeistern unterstützt. Ein neuer Grundlagenvertrag von 2023 sichert ein festes Budget für Personal, Verwaltung und Fortbildung, während gleichzeitig EU-Fördermittel für internationale Programme beantragt wurden.
Internationale Begegnungen und kreative Projekte
Eine der spannendsten Initiativen ist der Erasmus-Plus-Austausch mit der Gemeinde Laas in Südtirol, der unter dem Motto „Europa zum Mitmachen“ steht. Im August 2026 werden Erdinger Schüler für zwölf Tage nach Laas reisen, um an einem Kunstprojekt teilzunehmen. Ziel dieses Programms ist es, Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Schulform und finanziellen Hintergründen internationale Begegnungen zu ermöglichen. Das Kunstwerk, das sie erschaffen, soll im Stadtpark von Erding aufgestellt werden.
Solche internationalen Jugendaustausche sind nicht nur eine tolle Möglichkeit zur Förderung von Kreativität, sondern zeigen auch, wie wichtig es ist, dass junge Menschen neue Kompetenzen entwickeln und ein Gefühl der Solidarität fördern. Studien belegen, dass internationale Jugendarbeit eine Schlüsselrolle bei der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen spielt.
Unterstützung und Perspektiven für die Jugendarbeit
Die personellen Ressourcen des KJR sind jedoch begrenzt – derzeit stehen eine halbe Stelle für die Geschäftsleitung, eine halbe für pädagogische Aufgaben und eine halbe für Verwaltung zur Verfügung. Deshalb werden ehrenamtliche Betreuer für das Projekt „Kinderstadt“ gesucht, ebenso wie ein Zeltplatzwart für den Kreisjugendzeltplatz am Notzinger Weiher. Geldspenden sind ebenfalls notwendig, um die laufenden und zukünftigen Projekte zu finanzieren. Zukünftige Austauschprogramme mit Irland und weiteren EU-Ländern sind bereits in Planung.
Die Unterstützung für solche Initiativen kommt auch von der EU. Das Erasmus+-Programm, das sich auf non-formale und informelle Bildung konzentriert, fördert Lernmobilität und aktive Beteiligung junger Menschen. Die Prioritäten dieses Programms umfassen Inklusion, Umweltschutz, digitalen Wandel und die Beteiligung am demokratischen Leben, was allesamt Ziele sind, die eng mit den Aktivitäten des KJR verknüpft sind. Die nationale Agentur Erasmus+ Jugend bietet Unterstützung bei der Antragstellung und Fragen zum Antragsprozess.
Der Wert der Jugendarbeit
Jugendarbeit spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung junger Menschen. Sie umfasst Aktivitäten, die wichtige Fähigkeiten für das Privat- und Berufsleben vermitteln und junge Menschen ermutigen, sich aktiv in ihre Gemeinschaften einzubringen. Die EU unterstützt die Qualität und Innovation in der Jugendarbeit durch rechtliche Rahmenbedingungen und Ressourcen. Programme wie Erasmus+ fördern die berufliche Entwicklung von Jugendarbeitern und stärken die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen.
Insgesamt zeigt sich, dass der Landkreis Erding auf einem vielversprechenden Weg ist, die Jugendarbeit zu stärken und jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen. Die Kombination aus lokalen Initiativen, internationalem Austausch und der Unterstützung durch EU-Programme könnte nicht nur die Jugendarbeit im Landkreis, sondern auch darüber hinaus voranbringen. Weitere Informationen finden Sie in den Quellen: Süddeutsche Zeitung, Erasmus+, und EU Youth Strategy.


