Heute ist der 12.04.2026, und im Landkreis Erding ist die Situation für die heimische Rehpopulation alles andere als rosig. Jährlich verlieren mehr als 900 Rehe ihr Leben bei Wildunfällen, was nicht nur für die Tiere tragisch ist, sondern auch die Jägerschaft vor große Herausforderungen stellt. Der Kreisjagdverband (KJV) Erding hat deshalb finanzielle Unterstützung gefordert, um diesen Problemen entgegenzuwirken. Auf rund 80.000 Hektar jagdbarer Fläche verwaltet der KJV insgesamt 109 Jagdrevieren. Diese Zerschneidungen der Wildlebensräume durch Verkehrswege stellen ein ernstzunehmendes Problem dar, das die Wildtiere erheblich gefährdet.

Ein neues Jagdgesetz bringt zwar Vorteile, bringt aber auch Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf die Abschussplanfreiheit für Rehwild. Im Landkreis wird der 1. Mai als sinnvoller Starttermin für die Jagd angesehen. Um verletztes Wild zu finden und zu versorgen, engagieren sich die Jäger aktiv, indem sie Reflektoren montieren und Duftzäune anbringen. Bei den Neuwahlen wurde Thomas Schreder mit großer Mehrheit als Kreisvorsitzender bestätigt, während Florian Mesz als 2. Vorsitzender bleibt. Neu im Team ist Pia Langhoff als Pressereferentin, und Lisa Abeltshauser wurde offiziell zur Schriftführerin gewählt.

Herausforderungen und Erfolge in der Jagd

Die Abschusszahlen beim Rehwild sind streng geregelt und basieren auf Vegetationsgutachten. In der Saison 2022/23 haben die Jäger im Landkreis Erding die Sollzahlen übererfüllt und mehr Rehwild geschossen, als geplant. Geplant waren 3.847 Rehe, tatsächlich erlegt wurden 4.082 – ein Plus von 106%. Diese hohen Zahlen sind auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass 20% der Rehe dem Verkehr zum Opfer fielen. Der Verbiss in den Revieren Erding Süd und Dorfen war zuletzt zu hoch, was die Jägerschaft vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

Um den Rehkitzen in der Mähsaison zu helfen, fordert Thomas Schreder eine Förderung für Drohnen zur Kitzrettung. Diese Drohnen, ausgestattet mit Wärmebildkameras, sind eine innovative Lösung, um die Rehkitze vor den Mähmaschinen zu schützen. Jagdverbände bieten Infoveranstaltungen und Kurse zur Kitzrettung an, um das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hat bereits versprochen, sich um die Änderung der Förderkriterien zu kümmern, was für die Jägerschaft eine positive Entwicklung darstellt.

Ein Blick in die Zukunft

Im kommenden Jahr wird ein neues forstliches Gutachten, die „Verjüngungsinventur“, von Februar bis Mai 2024 erstellt. Die Ergebnisse dieses Gutachtens sind entscheidend für die Berechnung der Abschusszahlen und sollen im November 2024 veröffentlicht werden. Die engagierten Mitglieder des KJV, darunter auch Marco Michalke als Jagdhornbläser und Dr. Klaus Ottis im Veterinärwesen, blicken optimistisch in die Zukunft. Mit starkem Rückhalt ihrer Mitglieder sind sie bestrebt, die Herausforderungen rund um Wildunfälle und den Schutz der Wildtiere anzugehen.

Die Situation im Landkreis Erding verdeutlicht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur. Die Herausforderungen, die durch Wildunfälle und steigende Verkehrsaufkommen entstehen, erfordern ein Umdenken und innovative Lösungen, um sowohl die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer als auch den Schutz der Wildtiere zu gewährleisten. Für weitere Informationen zu diesen Themen können Sie die vollständigen Artikel auf Merkur und Süddeutsche Zeitung nachlesen.