In den malerischen Gassen von Altenerding, wo der Duft von frisch gebackenem Brot und der Klang der Kirchenglocken den Alltag bestimmen, gibt es eine Geschichte, die so lebendig ist wie die Stadt selbst. Sie handelt von einem Mann, der nicht nur Pfarrer war, sondern auch ein Visionär, Felix Fischer. Geboren am 21. Januar 1864 in Langenpreising, wurde er 1880 zum Priester geweiht und trat 1901 seinen Dienst in Mariä Verkündigung Altenerding an. Zu dieser Zeit zählte die Pfarrei 1781 Seelen – ein echter Mikrokosmos mit seinen eigenen Geschichten und Herausforderungen.

Fischers Amtszeit war geprägt von einem unermüdlichen Einsatz für die Gemeinde. Was viele nicht wissen: Er war nicht nur ein seelsorgerischer Begleiter, sondern auch ein Macher. So ließ er auf eigene Kosten Elektrizitätswerke in Pretzen und Singlding errichten. Diese Werke sorgten nicht nur für Licht und Wärme in Altenerding, sondern legten auch den Grundstein für die heutige SEW (Städtische Energieversorgung Erding). Ein echter Pionier, der die Weichen für die moderne Energieversorgung stellte!

Ein Architekt der Veränderung

Felix Fischer war mehr als nur ein Geistlicher. Er war auch ein leidenschaftlicher Heimatforscher. In seiner Freizeit verfasste er eine umfassende Pfarrgeschichte sowie eine große Häuserchronik über Altenerding. Das zeigt, wie sehr ihm die Geschichte und Kultur seiner Heimat am Herzen lagen. Auch in der Kunst hinterließ er seine Spuren: 1903 erwarb er die Kreuzweg-Stationen des Hofmalers Christian Wink für 1300 Mark. Diese Stationen sind heute ein Teil des kulturellen Erbes der Gemeinde.

Sein Engagement ging jedoch weit über die Pfarrgrenzen hinaus. Um die Schützen zu motivieren, am Sonntag zum Gottesdienst zu kommen, spendete er der Schützengesellschaft Edelweiß Klettham und Hubertia Altenerding jeweils eine Fahne – allerdings unter der Bedingung, dass sie ihre Schießabende verlegten. Da zeigt sich der kreative Kopf Fischer, der wusste, wie man Tradition und Fortschritt miteinander verbindet.

VeloCore Medium

Ein Erbe, das bleibt

Nach 15 Jahren in Altenerding wechselte Fischer 1916 nach Riedering bei Rosenheim und wurde später Benefiziat in Erding. Am 25. Januar 1924 starb er im Alter von 60 Jahren und fand seine letzte Ruhe auf dem Erdinger Friedhof St. Paul. Sein Leben war ein Kaleidoskop aus Engagement, Innovation und tiefem Glauben.

Heute, im Jahr 2026, hat sich die Energieversorgung in Bayern stark gewandelt. Der Preisdruck und die Billigangebote im liberalisierten Strommarkt stellen auch die heutigen Anbieter vor Herausforderungen. Unternehmen wie die SEW müssen ständig das Gleichgewicht zwischen Preis und Qualität finden. Als lokaler Versorger ist man jedoch in der Lage, unbürokratisch auf die spezifischen Wünsche der Kunden zu reagieren. In einer Welt voller Veränderungen sieht sich die SEW gut positioniert, um den Ansprüchen der Gemeinschaft gerecht zu werden – eine Philosophie, die Felix Fischer sicherlich gutgeheißen hätte.

So bleibt das Erbe von Felix Fischer lebendig – nicht nur in den alten Mauern der Kirche oder den Straßen von Altenerding, sondern auch in der Art und Weise, wie die Menschen heute miteinander umgehen und ihre Bedürfnisse erfüllen. Die Wurzeln der Vergangenheit sind stark und geben der Gegenwart Halt, während sie gleichzeitig den Weg für die Zukunft ebnen.