Busfahren in Erding: Fortschritt oder Rückschritt?
Heute ist der 10.07.2026 und wir schauen uns mal an, was im Landkreis Erding so los ist – besonders im Bereich des Regionalbusnetzes. Hier tut sich gerade einiges, und das ist nicht immer ganz einfach zu verdauen. Vor kurzem wurde verkündet, dass die neue Ringlinie 567 zwischen Erding und Dorfen nun nur noch 32 Minuten für die Strecke braucht. Hey, drei Minuten gespart – das klingt doch erstmal super! Aber, und das ist das große Aber, zahlreiche Haltestellen in Bockhorn, Lengdorf und Taufkirchen fallen weg. Damit wird der Weg zur nächsten Haltestelle für viele Fahrgäste deutlich länger. Ein echter Schlag ins Gesicht für die, die auf den Bus angewiesen sind.
Die Hintergründe sind nicht ganz ohne: Der Kostendeckungsgrad der Buslinien ist aufgrund gestiegener Energie- und Personalkosten gesunken. Das sorgt dafür, dass einige Linien eingestellt werden, darunter fast alle Ruftaxi-Linien und die Linie 515, die von Erding nach Hallbergmoos fährt. Die Verbindung 511 nach Freising wird künftig nur noch für Schülerverkehr genutzt, was zeigt, dass hier Prioritäten gesetzt werden, die nicht jedem gefallen.
Reaktionen aus der Region
Wie zu erwarten, gibt’s ordentlich Kritik an diesen Veränderungen. Bockhorns Bürgermeister Thomas Fisch zeigt sich besorgt und spricht von überdurchschnittlichen Einschnitten für seinen Ort. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die Anbindung für die Bürgerinnen und Bürger entscheidend ist. Landrat Martin Bayerstorfer sieht das ein bisschen anders: Er betont, dass auch Erwachsene längere Wege zumuten können – ein bisschen pragmatisch, wenn man bedenkt, dass oft auch der Alltag im Weg steht.
Da kommt der Vorschlag von Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke, einen Gemeindebus einzurichten, gerade recht. Vielleicht könnte das die Situation entspannen? Auf der anderen Seite gibt es auch positive Taktveränderungen, wie die Ausweitung der Linie 501 von Moosburg nach Erding oder den durchgängigen Stundentakt für die Linie 562. Am Wochenende wird allerdings auf einen Zwei-Stunden-Takt reduziert, was das Ganze wieder etwas trübt.
Der Streit um den ÖPNV
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) mischt sich ebenfalls ein und kritisiert die Fahrplanänderungen scharf. Alfred Schreiber, der Kreisvorsitzende, fordert einen Ausbau des ÖPNV anstelle von Kürzungen. Das „Raus aus der Fläche“-Konzept von Bayerstorfer wird ebenfalls in Frage gestellt. Er hat seit zweieinhalb Jahren auf die hohen Kosten des Bussystems hingewiesen, doch während der Gespräche mit Oberbürgermeister Max Gotz gab es bisher keine nennenswerten Fortschritte. Die Verträge mit den Busunternehmen laufen noch Jahre, und echte Veränderungen sind in dieser Zeit schwer umzusetzen.
Die Zahlen sprechen für sich: Laut Nahverkehrsplan 2020 sitzen im Schnitt mindestens zehn Fahrgäste in jedem Bus. Und das ist keine kleine Anzahl! Schreiber betont, dass eine Kostendeckung beim ÖPNV nicht möglich sei. Kleine Umstellungen mögen zwar stattgefunden haben, aber das große Ganze bleibt auf der Strecke. Der VCD fordert einen 20-Minuten-Takt im Berufsverkehr auf der Linie 562 und stündliche Anbindungen zwischen Erding und Dorfen. Ob das alles realisierbar ist? Die Zukunft wird’s zeigen.
Komisch, wie sich die Rahmenbedingungen ständig ändern. Ein paar positive Stimmen und viele kritische Blicke – der Nahverkehr in Erding bleibt ein heißes Thema. Man fragt sich, wie die Bürgerinnen und Bürger letztendlich mit den Veränderungen umgehen werden. Vielleicht wird ja der Gemeindebus von Mücke eine Lösung sein oder die geplanten automatischen Fahrgastzählungen bringen frischen Wind in die Debatte. Eins ist sicher: Die Diskussion ist noch lange nicht beendet.
Ein modernes Nachrichtenportal wie unseres, muss für alle Menschen zugänglich sein. Unser Website System wurde daher konsequent nach den Vorgaben der WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – mit sauberer Struktur, ARIA-Attributen und ohne technische Hürden für assistive Technologien. Die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom / VeloCore.


