Am Samstagabend sorgten fünf Rinder auf dem Beilngrieser Altmühlberg im Kreis Eichstätt für Aufregung. Die Tiere hatten die Weide verlassen und sich, wie es manchmal bei diesen munteren Geschöpfen der Fall ist, auf ein kleines Abenteuer begeben. Während vier von ihnen schnell wieder eingefangen werden konnten, hatte sich eines der Rinder in den Wald östlich von Paulushofen verirrt und blieb zunächst verschollen. Ein Bild für die Götter, könnte man sagen – oder eher das Gegenteil, denn die Situation wurde schnell ernst.
Die Suche nach dem entlaufenen Rind gestaltete sich schwieriger als gedacht. Polizeichef Albert Forster bestätigte, dass es nicht möglich war, das Tier einzufangen. Das verschollene Rind wurde schließlich am Dienstagabend, etwa gegen 18 Uhr, zwischen Aschbuch und Eglofsdorf gesichtet. Doch die Freude über die Sichtung währte nicht lange, denn die Entscheidung zur Erlegung des Tieres wurde getroffen. Eine fachkundige Person mit Jagderlaubnis führte diesen Schritt durch, und zwar zur „Gefahrenabwehr“. Man wollte schließlich verhindern, dass das Tier auf Kreis- und Bundesstraßen einen Unfall verursacht. Ein trauriger, aber wohl notwendiger Schritt.
Herdenschutz und seine Herausforderungen
In der Landwirtschaft gibt es viele Herausforderungen, die oft über das alltägliche Viehmanagement hinausgehen. Bei der Haltung von Rindern ist der Herdenschutz ein zentrales Thema. Bei überjährigen Herden mit mindestens fünf gesunden Rindern und gemeinsamer Weideerfahrung gelten keine weiteren Anforderungen an den Herdenschutz. Das heißt, wenn alles passt, können die Rinder weitgehend ungestört grasen. Doch wehe dem, wenn neue Rinder oder Jungvieh ohne vorjährige Weideerfahrung hinzukommen! Dann wird’s komplex, denn zusätzliche Herdenschutzmaßnahmen sind erforderlich.
Für Rinder, die älter als acht Wochen sind und nicht in Milchvieh- oder Mutterkuhherden integriert sind, müssen Kombinationen von Schutzmaßnahmen her. Man stelle sich vor: Ein Viehhalter muss nicht nur an die Gesundheit seiner Tiere denken, sondern auch an den Schutz vor möglichen Gefahren wie Wölfen oder anderen Raubtieren. Es ist kein Zuckerschlecken, das kann ich euch sagen!
Fördermöglichkeiten im Herdenschutz
Die gute Nachricht ist, dass solche Maßnahmen gefördert werden können. Antragsteller müssen eine Maßnahmenkombination angeben und deren Umsetzung im gesamten Antragsjahr sicherstellen. Die Förderung erfolgt nach LPR F3 und beträgt 100 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Das klingt doch nach einer fairen Sache, oder? Jedes Jahr muss allerdings neu beantragt werden. Ein bisschen lästig, aber für den Schutz der Tiere sicher lohnenswert.
Die Welt der Rinderhaltung ist also alles andere als einfach. Ein Beispiel: Bei einer Kombination mit 20 Jungrindern und 2 wehrhaften Rindern können die Gesamtkosten jährlich bei etwa 2.466 Euro liegen. Und für 20 Jungrinder auf Portionsweide mit Turbo Fladry können es immerhin 1.760 Euro jährlich sein – plus Förderung für das nötige Material. Da kommt schon einiges zusammen! Aber man tut, was man kann, um das Beste für die Tierwelt zu erreichen.
In einem Land, in dem die Landwirtschaft einen hohen Stellenwert hat, bleibt der Herdenschutz ein unverzichtbarer Bestandteil des täglichen Lebens. Die Geschichten über entlaufene Rinder zeigen uns, dass es auch in der ländlichen Idylle durchaus spannend und herausfordernd zugehen kann. Und wer weiß, vielleicht wird das nächste Abenteuer bereits am kommenden Wochenende geschrieben – mit einem glücklichen Ende, das hoffentlich ohne unerwartete Jagden auskommt.
