Heute, am 21. Mai 2026, versammelten sich rund 500 Wirtschaftsführer in Ebersberg, um beim Wirtschaftsempfang im Alten Speicher gemeinsam über die Zukunft zu diskutieren. Der Ehrengast, Ministerpräsident Markus Söder von der CSU, sprach in einem moderaten Ton und ganz ohne scharfe Kritik an der Grünen Partei – was in diesen Tagen ja fast schon eine Seltenheit ist. „Zukunft in Zeiten des Wandels“ war das Motto des Abends, und unter diesem Vorzeichen wurden wichtige Themen angeschnitten, die Bayern als wirtschaftliche Hochburg stärken sollen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landrat Robert Niedergesäß und Sonja Ziegltrum, der Chefin der IHK. Söder, der sich als versierter Redner präsentierte, hob hervor, dass Bayern in Deutschland eine starke wirtschaftliche Position einnimmt. Mit sieben der zehn stärksten Regionen ist unser Freistaat ganz vorne mit dabei. Da kann man schon stolz sein! Doch stolz allein reicht nicht. Der Ministerpräsident nannte vier Hauptthemen, die für die Bundesregierung auf der Agenda stehen müssen: den Abbau der Bürokratie, eine Reform der sozialen Sicherungssysteme, eine Steuerreform sowie eine Energiepolitik, die günstigere Verbraucherpreise verspricht. Das klingt nach einer ordentlichen Hausaufgabe, oder?
Kritik und Unterstützung für Söder
Und während Söder in Ebersberg den Wirtschaftsvertretern Mut zusprach, gibt es in den eigenen Reihen der CSU durchaus kritische Stimmen. Bei der letzten JU-Landesversammlung Anfang Oktober 2025 kam Widerstand gegen Söders Prestigeprojekt Mütterrente auf, und Delegierte äußerten Bedenken über die starke Personalisierung der Partei. Der Ex-CSU-Chef Erwin Huber mahnt schon länger an, dass eine Volkspartei auch mehrere Persönlichkeiten benötigt und nicht nur auf eine dominante Figur setzen sollte. Irgendwie verständlich, oder? Das führt zu den Fragen: Ist Söder wirklich das stabile Fundament, das die CSU braucht, oder doch mehr eine „One-Man-Show“?
Die Stimmung in der Jungen Union (JU) scheint gemischt. Während der JU-Landeschef Manuel Knoll von einer insgesamt positiven Stimmung spricht, gibt es doch ein gewisses Maß an Unzufriedenheit an der Basis. Kritiker warnen sogar vor einem „Christian-Lindner-Syndrom“, welches die CSU in eine gefährliche Richtung führen könnte. Söder zeigt sich jedoch unbeeindruckt und betont seine Zufriedenheit mit dem CSU-Team. CSU-Generalsekretär Martin Huber lobt seinen Einsatz und die Stärke des Teams, was zumindest für die nächsten Monate einen gewissen Rückhalt geben könnte.
Ein Blick in die Zukunft
Nicht zu vergessen ist Söders eindringliche Warnung vor der rechtsextremistischen AfD, die er als Bedrohung für die Demokratie ansieht. Er fordert ein Bekenntnis zur Leistung und weniger Klagen. Man fragt sich, ob diese klare Ansage in der gegenwärtigen politischen Landschaft Gehör findet. Nach der Veranstaltung musste Söder zurück nach München für eine Regierungserklärung im Landtag. Ein straffes Programm, das zeigt, wie wichtig ihm die politische Arbeit ist – auch wenn die eigene Partei manchmal holprig unterwegs scheint.
So bleibt der Wirtschaftsempfang in Ebersberg nicht nur ein Blick in die Zukunft, sondern auch ein Spiegelbild der aktuellen Herausforderungen, vor denen die CSU steht. Mit einem engagierten Ministerpräsidenten, der den Kurs bestimmt, und einem Team, das noch lernen muss, mit den internen Spannungen umzugehen, bleibt es spannend, wie sich die politische Landschaft in Bayern entwickeln wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Söder die richtigen Weichen stellen kann, um Bayern auch weiterhin als wirtschaftlichen Vorreiter in Deutschland zu positionieren.