In Markt Schwaben, wo die Wiesen blühen und das Leben in vollen Zügen genossen wird, sorgt ein Streit für Aufregung: Eleftherios Papadopoulos, Betreiber des charmanten Cafés „Das Grüne Pferd“, hat sich mit der Gemeinde angelegt. Der Grund? Eine Pergola, in die er stolze 150.000 Euro investiert hat, droht zum Spielball politischer Entscheidungen zu werden. Und das, obwohl sie bei den Gästen äußerst beliebt ist. Wer könnte schon dem Gedanken widerstehen, bei einem Cappuccino unter einer schattenspendenden Markise zu verweilen, während die Sonne über dem Marktplatz strahlt?

Doch die Freude könnte bald ein Ende haben. Die Gemeinde kündigte überraschend den Gestattungsvertrag für die Terrasse zum 31. März. Ein Beschluss des Haupt- und Bauausschusses sieht vor, dass einheitliche Sonnenschirme und verkürzte Betriebszeiten eingeführt werden, um Platz für einen Weihnachtsbaum zu schaffen. Bürgermeisterin Walentina Dahms von der CSU beruft sich dabei auf das „Gleichheitsprinzip“ – eine Regelung, die für alle gastronomischen Betriebe am Marktplatz gelten soll. Ein merkwürdiges Vorgehen, wenn man bedenkt, wie viele Menschen sich seit der Eröffnung des Cafés im Jahr 2022 dort vergnügen.

Ein Kompromiss in Sicht?

Trotz der Ablehnung des neuen Gestattungsvertrags durch Papadopoulos, der die Pergola als geschmackvolle Aufwertung der Ortsmitte ansieht, gibt es Hoffnung. Marktgemeinderat Sascha Hertel von „Zukunft Markt Schwaben“ setzt sich für einen Kompromiss ein und findet keinen rechtlichen Grund für die Ablehnung. „Die Pergola ist nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern ein Teil unserer Identität“, so Hertel. Währenddessen läuft eine rechtliche Prüfung der Nutzung des öffentlichen Raumes, doch die Pergola steht weiterhin, als wäre sie ein stiller Protest gegen die administrativen Vorgaben.

Die Bürgermeisterin bat um eine Vertagung des Themas in der Sitzung des Haupt- und Bauausschusses Mitte April. Papadopoulos, sichtlich enttäuscht, äußerte sein Unverständnis über das Vorgehen der Gemeinde. Eine Lösung schien greifbar, doch der Vorschlag, einen Weihnachtsbaum auf eigene Kosten zu pflanzen, wurde abgelehnt. Ein seltsames Spiel, in dem wirtschaftlicher Erfolg und bürokratische Hürden aufeinandertreffen und die Identität des Cafés auf dem Spiel steht.

Ein beliebter Anlaufpunkt

„Das Grüne Pferd“ ist nicht nur ein Ort für leckere deutsche und griechische Gerichte – die Gäste schwärmen von amerikanischem Filet und einem Cappuccino, der seinesgleichen sucht. Mit einer Google-Bewertung von 4.7 Sternen ist das Café ein beliebter Anlaufpunkt, wo man auch mal die Seele baumeln lassen kann. Die Öffnungszeiten sind familienfreundlich: Montag bis Freitag von 07:00 bis 19:00 Uhr, Samstag und Sonntag von 08:00 bis 18:00 Uhr. Barrierefreiheit und die Mitnahme von Speisen runden das Angebot ab, auch wenn es keine Lieferung gibt. Das alles könnte jedoch in Gefahr sein, falls die Pergola abgebaut werden muss – was zu einem Verlust der Baugenehmigung vom Landratsamt Ebersberg führen könnte.

Das Landratsamt sieht für den Moment keinen Anlass für eine Beseitigungsanordnung und betont, dass kein öffentliches Interesse an einer Entfernung besteht. Doch die Zustimmung der Gemeinde ist für eine neue Genehmigung notwendig. Ein Konflikt, der die Gemüter erhitzt und die Zukunft eines kleinen, aber feinen Cafés im malerischen Markt Schwaben auf die Probe stellt. Hier wird nicht nur um eine Pergola gekämpft, sondern um die Seele eines Ortes, der für viele so viel mehr ist als nur ein Platz zum Essen.