In Freising stehen die Zeichen für den Kindernotarzt Dr. Jogi Ratay momentan auf Sturm. Der erfahrene Not- und Kinderarzt war einst mit einem gestifteten Notarzteinsatzfahrzeug unterwegs, doch seit einem Unfall ist dieses nicht mehr existent. Bis zum Jahr 2025 war er mit diesem Fahrzeug für Kinder in Not im Einsatz, doch derzeit muss er auf sein Privat-Pkw zurückgreifen, um zu Einsätzen zu gelangen. Dies ist keineswegs ideal, und die Situation wirft viele Fragen auf.

Im Jahr 2023 wurde Dr. Ratay als Kindernotarzt für Freising vorgestellt. Doch bürokratische Hürden sorgten dafür, dass der Start seines Dienstes sich verzögerte. Erst im November 2024 konnte er als „optionaler Notarzt für Kinder“ beginnen und absolvierte in den ersten fünf Monaten bereits 50 Einsätze. Doch die Alarmierungen begannen ab Ostern 2025 zurückzugehen. Er wird nun nur noch alle zweieinhalb Wochen alarmiert, während der Münchner Kindernotarztdienst (KND) bevorzugt alarmiert wird. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Erding betont, dass der KND meist schneller am Einsatzort ist und sieht somit den Bedarf an Ratays Einsätzen in Frage gestellt.

Hürden und Herausforderungen

Die Geschäftsführerin des Zweckverbands, Barbara Weinmann, äußert Kritik an Ratays Vorhaben, welches ihrer Meinung nach nicht ins bayerische Rettungssystem passe. Sie empfiehlt, dass er weitere Kinderärzte einbezieht. Ratay hat bereits zwei Kinderärzte aus Landshut gewinnen können, die bereit sind, ihn zu unterstützen. Doch trotz dieser Initiative gab es bislang keine Rückmeldung vom Zweckverband.

Seit Mai 2025 ist Dr. Ratay gezwungen, mit seinem Privatfahrzeug zu den Einsätzen zu fahren, da sein Notarztwagen einen Totalschaden erlitten hat. Die Björn-Steiger-Stiftung, die das Fahrzeug finanzierte, fordert einen verbindlichen Kooperationsvertrag, um Ratay weiterhin zu unterstützen. Dieser Vertrag müsste sicherstellen, dass sein Fahrzeug in die Alarm- und Ausrückeordnung eingebunden ist und eine Mindestzahl an Alarmierungen pro Jahr erreicht wird. Derzeit erfüllt Dr. Ratay diese Voraussetzungen nicht, doch die Stiftung schließt zukünftige Gespräche nicht aus.

Alternativen zur Notaufnahme

In der Zwischenzeit gibt es in Freising jedoch auch wichtige Informationen für Eltern, die möglicherweise Hilfe benötigen. Bei leichten Verletzungen und Erkrankungen sollte man gut überlegen, ob ein Besuch in der Notaufnahme tatsächlich notwendig ist. Es gibt einfachere und schnellere Alternativen zur Notaufnahme. Bei Bedarf an ärztlicher Hilfe ohne Notfall können Eltern ihren Hausarzt aufsuchen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 anrufen. Eine weitere Möglichkeit ist die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), die sich im grünen Anbau des Klinikums Freising befindet. Der Eingang liegt auf der Seite des Besucherparkplatzes.

Die Öffnungszeiten der KVB-Praxis sind Montag, Dienstag und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr, am Mittwoch und Freitag von 16 bis 21 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 21 Uhr. Die Adresse lautet: Alois-Steinecker-Str. 18, 85354 Freising. Dies sind wertvolle Informationen für alle, die in der Region wohnen und im Notfall schnell Hilfe benötigen.

Die Situation rund um Dr. Ratay wirft wichtige Fragen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung für Kinder in Freising auf. Während die Herausforderungen groß sind, bleibt zu hoffen, dass durch konstruktiven Dialog und Zusammenarbeit eine Lösung gefunden wird, die sowohl dem Kindernotarzt als auch den kleinen Patienten zugutekommt.