Heute ist der 20.04.2026, und im Alten Speicher in Ebersberg fand die Hegeschau des Kreis-Jagdverbands statt. Bei dieser Veranstaltung wurden nicht nur die Jagdstrecken des vergangenen Jahres präsentiert, sondern auch die Trophäen begutachtet. Karem Gomaa, der Vorsitzende der Kreisgruppe Ebersberg im Landesjagdverband Bayern, hob in seiner Ansprache den wichtigen Beitrag der Jäger zum Natur- und Artenschutz sowie zum Waldumbau hervor.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Rehwildstrecke blieb mit etwa 2500 erlegten Rehen konstant, während die Anzahl der erlegten Wildschweine im Vergleich zu den Vorjahren etwa doppelt so hoch war. Die Jäger betonten eindringlich die Notwendigkeit, das Schwarzwild weiterhin verstärkt zu bejagen. Dies sei entscheidend, um Wildschäden zu begrenzen und einem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. Auch die Verkehrssituation bleibt besorgniserregend, denn circa 400 Rehe sind im vergangenen Jahr dem Verkehr zum Opfer gefallen – eine Zahl, die konstant hoch bleibt.
Änderungen im Jagdrecht
Ein weiterer Punkt, den Gomaa ansprach, war die jüngste Änderung im Bayerischen Jagdgesetz. Der Wolf wurde ins Jagdrecht aufgenommen, was jedoch auch mit einer gewissen Skepsis betrachtet wird. Kritisiert wurde die lange Dauer des politischen Entscheidungsprozesses, der den Jägern und den betroffenen Landwirten oft zu lange auf die Folter spannt. Besonders Weidewirtschaft, Almbauern und Schafzüchter sind mittlerweile stark von der wachsenden Wolfpopulation betroffen.
Im Vergleich dazu stehen Länder wie Schweden und Finnland, wo der Wolfsbestand durch regulierte Jagd auf einem verträglichen Niveau gehalten wird. Gomaa warnte zudem vor ähnlichen Fehlern in Bezug auf den Fischotter, der die Teichwirtschaft in der Region bedroht. Er appellierte an die Jagdgenossen, bewährte Praktiken bei der Abschussplanung beizubehalten, um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Ebersberg im Blick
Die Region Ebersberg hat in der Vergangenheit eine tragbare Verbißbelastung erreicht. Dies ist das Ergebnis einer vorausschauenden, realistischen und revierübergreifenden Planung, die auch in Zukunft fortgeführt werden sollte. Der Austausch zwischen Jägern, Landwirten und Naturschützern muss intensiviert werden, um die Herausforderungen im Bereich der Wildtierpopulationen adäquat anzugehen.
Die Hegeschau verdeutlicht einmal mehr, dass die Rolle der Jäger in der Gesellschaft nicht nur für den Natur- und Artenschutz von Bedeutung ist, sondern auch für die Balance zwischen Mensch und Tier. Mit einem klaren Blick in die Zukunft und einer aktiven Rolle in der Natur wird Ebersberg weiterhin einen Weg finden, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen.