Heute ist der 7.03.2026 und die Nachrichten aus Ebersberg bringen einen unerfreulichen Vorfall ans Licht: Ein schwarzer BMW X5, ausgestattet mit einem Keyless-Go-System, wurde in der Nacht zum 6. März gegen 00:30 Uhr vor der Garage in der Rosenheimer Straße entwendet. Das Fahrzeug war ordnungsgemäß geparkt und abgesperrt, als der Eigentümer am Morgen um 10:15 Uhr den Diebstahl entdeckte. Der Schaden beläuft sich auf etwa 45.000 Euro und die Kriminalpolizei Erding hat bereits die Ermittlungen übernommen. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 08122-9680.
Der Vorfall wirft ein Licht auf die Sicherheitsprobleme, die mit modernen Keyless-Systemen verbunden sind. Diese Technologien erleichtern den Zugang zu Fahrzeugen, machen sie jedoch auch anfällig für Diebstahl. Der ADAC hat festgestellt, dass Keyless-Komfort-Schließsysteme leichter zu stehlen sind als Fahrzeuge mit traditionellen Funkschlüsseln. Bei Tests von über 800 Fahrzeugen stellte der ADAC fest, dass nur 15 % gegen Diebstahl geschützt sind. Die Sicherheitslücken wurden bereits 2011 von der ETH Zürich erkannt und veröffentlicht.
Die Problematik der Keyless-Systeme
Keyless-Systeme erlauben es, das Fahrzeug zu öffnen und zu starten, ohne den Schlüssel aus der Tasche nehmen zu müssen. Doch genau hier liegt das Problem: Kriminelle nutzen spezielle Geräte, um das Funksignal des Schlüssels zu verlängern und dem Auto vorzugaukeln, dass der Schlüssel in der Nähe ist. Dies macht es Dieben extrem einfach, Fahrzeuge zu entwenden, ohne dass Aufbruchspuren hinterlassen werden. Der Motor kann oft auch ohne Schlüssel weiterlaufen, was die Überführung des Fahrzeugs noch einfacher gestaltet.
Die Sicherheitslücken sind so gravierend, dass der ADAC die Autohersteller auffordert, ihre Fahrzeugelektronik nach neuesten Sicherheitsstandards abzusichern. Neue Modelle sollten sicherer sein als solche mit herkömmlichen Funkschlüsseln. Eine potenzielle Lösung könnte die Verwendung von Ultra-Wide-Band-Technik (UWB) sein, die seit 2018 von Jaguar Land Rover in neuen Modellen verbaut wird. Diese Technik reagiert nicht auf die vom ADAC verwendete Funkverlängerung und könnte somit eine größere Sicherheit bieten.
Präventionsmaßnahmen für Fahrzeugbesitzer
Um sich vor Diebstahl zu schützen, gibt es einige nützliche Tipps, die Fahrzeugbesitzer befolgen können. Dazu gehört, die Schlüssel nicht in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür abzulegen und das Funksignal durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. eine Aluminiumbox, abzuschirmen. Auch der Selbsttest zur Überprüfung der Abschirmung sollte durchgeführt werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Keyless-Funktion durch zweimaliges Drücken der Verriegelungstaste am Schlüssel zu deaktivieren.
Weitere Maßnahmen umfassen das Parken des Fahrzeugs in einer geschlossenen Garage und die Verwendung von speziellen Funkdichte-Hüllen für Keyless-Schlüssel, um die Übertragung durch Diebe zu verhindern. Alarmanlagen, die bei Öffnen von Türen oder Bewegungen im Innenraum auslösen, können ebenfalls zusätzliche Sicherheit bieten. GPS-Tracker sind eine weitere Möglichkeit, um gestohlene Fahrzeuge zu lokalisieren, sollten jedoch mit Bedacht eingesetzt werden, da sie durch Störsender blockiert werden können.
Die besorgniserregende Situation um den Diebstahl des BMW X5 in Ebersberg verdeutlicht die dringende Notwendigkeit für mehr Sicherheit in der Automobilindustrie. Fahrzeugbesitzer sind gefordert, wachsam zu sein und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Fahrzeuge zu schützen. Denn wie die jüngsten Vorfälle zeigen, ist die Gefahr, dass das eigene Auto zum Ziel von Dieben wird, höher denn je.