Heute ist der 3.06.2026 und in Ebersberg tut sich was, das die Herzen der Naturliebhaber höherschlagen lässt. Ein spannendes Projekt wurde ins Leben gerufen – die Rettung der stark gefährdeten Bachmuschel (Unio crassus agg.). In Zusammenarbeit mit dem Kreisfischereiverein Ebersberg haben sich viele engagierte Menschen zusammengefunden, um der Natur unter die Arme zu greifen.

Rund 10.000 Wirtsfische haben ihren Weg in die Gewässer der Rott, Attel und Kalten gefunden. Doch was hat es mit diesen Fischen auf sich? Sie sind keine gewöhnlichen Fische. Vielmehr sind sie die Lebensretter der Bachmuschel, die in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen ist. Der Rückgang der Bestände beläuft sich auf erschreckende 90 Prozent! Die Gründe? Verschmutzte Gewässer, das Verschwinden geeigneter Wirtsfische und invasive Arten wie die Bisamratte machen der Bachmuschel zu schaffen. Ein echtes Drama, wenn man bedenkt, dass diese Muschel bis zu 20 Jahre alt werden kann und etwa vier Liter Wasser pro Stunde filtert – ein wahrer Held im Ökosystem!

Ein komplexes Vorgehen

Das Projekt ist kein Spaziergang im Park. Es erfordert das breite Engagement von Fischereivereinen, Ehrenamtlichen und Fischereirechtsinhabern. Die Kiemen der Wirtsfische, unter anderem Elritze, Nase und Aitel, spielen eine zentrale Rolle: Die Muschellarven, auch Glochidien genannt, müssen sich dort anheften, um sich zu Jungmuscheln zu entwickeln. Ein kleiner, aber entscheidender Schritt in der Wiederbelebung der Bachmuschelbestände. Die Fische werden gefangen, im Labor mit diesen Larven infiziert und dann wieder in ihre Heimatgewässer zurückgebracht. Eine Art von „Fisch-Hochzeit“, könnte man sagen, wo alles für das Wohl der Bachmuschel getan wird.

Die möglichen Erfolge könnten weitreichende Auswirkungen haben. Verbesserte Lebensräume und Umweltbedingungen in den Projektgewässern sind der Schlüssel zum Wiederaufbau der Bestände. Die beteiligten Fischereivereine wie der Kreisfischereiverein Ebersberg, Wasserburg, Rosenheim und viele andere packen gemeinsam an. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, das zeigt, dass man zusammen viel erreichen kann.

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Ein Blick in die Zukunft

Die Bachmuschel ist nicht nur ein Teil der Natur, sie ist auch ein Indikator für die Gesundheit unserer Gewässer. Ihre Rückkehr könnte ein Zeichen für die Verbesserung der Wasserqualität sein und uns allen zugutekommen. Vielleicht wird es eines Tages möglich sein, wieder an den Ufern der Rott, Attel und Kalten zu sitzen und nicht nur die Ruhe zu genießen, sondern auch das harmonische Zusammenspiel der Natur zu beobachten – mit einer Vielzahl von Fischen und den zurückkehrenden Bachmuscheln.

Es bleibt spannend, wie sich dieses Projekt entwickeln wird. Die Menschen im Landkreis Ebersberg zeigen, dass auch kleine Schritte einen großen Unterschied machen können. Vielleicht ist das der Anfang einer Renaissance für die Bachmuschel – und für unsere Gewässer insgesamt.