Achtung Halsschlagader: Vorträge und Prävention gegen Schlaganfall!
Das Thema Schlaganfall und die damit verbundenen Gefahren erfahren derzeit erhöhte Aufmerksamkeit in Bayern. Am 10. Juni wird insbesondere die Gesundheit der Halsschlagader im Fokus stehen, wenn Dr. Heiko Wendorff, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Ebersberg München Ost, einen wichtigen Vortrag zu Carotisstenosen hält. Denn diese Verengungen können fatale Auswirkungen auf die Blutversorgung des Gehirns haben.
Die Halsschlagader, auch Carotis genannt, hat die wichtige Aufgabe, das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Verengungen in diesen Gefäßen können zu einer erhöhten Flussgeschwindigkeit des Blutes führen, was das Risiko von Schlaganfällen drastisch erhöht. Statistiken belegen, dass in Deutschland jährlich etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall erleiden, wobei etwa 15 Prozent dieser Fälle auf Verengungen der Halsschlagadern zurückzuführen sind. Eine alarmierende Zahl!
Risikofaktoren unter der Lupe
Dr. Wendorff betont, dass es vier entscheidende Risikofaktoren gibt, die Schäden an der Halsschlagader begünstigen:
- Diabetes: Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die Innenwände der Blutgefäße.
- Erhöhter Blutdruck: Besonders der systolische Wert sollte optimalerweise zwischen 120 und 130 mmHg liegen.
- Erhöhtes Cholesterin (LDL-Wert): Hohe LDL-Werte können zu Ablagerungen in den Gefäßen führen.
- Rauchen: Nikotin schädigt die Gefäßwände; hier hilft oft nur der konsequente Verzicht.
Eine vollständige Verstopfung oder die Bildung eines Blutgerinnsels kann zu einem Schlaganfall führen. Dabei ist die vordere Halsschlagader (Arteria carotis) am häufigsten betroffen, seltener ist die Hinterhauptsarterie.
Warnzeichen und Präventionsmaßnahmen
Ein äußerst wichtiges Warnsignal für Probleme mit der Halsschlagader ist die sogenannte Amauris fugax, ein kurzzeitiger Sehausfall auf einer Seite. Dies sollte unbedingt zur Untersuchung der Halsschlagader führen, da solche Symptome ernst genommen werden müssen.
Zu den typischen Anzeichen eines bevorstehenden Schlaganfalls gehören Lähmungserscheinungen, plötzliche Gesichtssymptome, Sprachstörungen sowie Sehstörungen. Im Falle des Auftretens dieser Symptome heißt es schnell handeln und sofort den Notarzt unter 112 rufen!
Die Diagnose einer Carotisstenose erfolgt häufig durch Ultraschalluntersuchungen, die auch vom Hausarzt in Auftrag gegeben werden können. Ist die Verengung gesichert, entscheidet das Team im Klinikum Ebersberg, ob eine Operation indiziert ist. Oftmals sind jedoch Kontrolle und medikamentöse Therapie ausreichend. Bei hochgradigen Verengungen jedoch sind operative Maßnahmen wie eine Karotisendarterektomie oder eine Gefäßaufweitung unumgänglich.
Vorbeugung ist das A und O
Doch wie lässt sich präventiv gegen die Risikofaktoren vorgehen? Die Lösung liegt in einem gesunden Lebensstil: Regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung – wie die mediterrane Kost – aus frischen Zutaten, sowie Maßnahmen zur Gewichtsreduktion sind entscheidend. Auch die Kontrolle des Blutdrucks sowie der Blutfette spielen eine fundamentale Rolle in der Vorbeugung von Gefäßerkrankungen.
Im Landkreis Ebersberg wird zudem das Präventionsprojekt INVADE angeboten, das bestimmte Versicherten kostenlose Untersuchungen bietet. Ein wertvoller Service, den man unbedingt nutzen sollte, um rechtzeitig möglichen Komplikationen vorzubeugen.
Dr. Wendorff rät, die eigene Gesundheit ernst zu nehmen: „Je früher man eingreift, desto besser sind die gegebenenfalls anschließenden Behandlungserfolge.“ Schlaganfälle können schleichend kommen, aber mit einer guten Vorsorge und Aufmerksamkeit können wir unser Risiko deutlich senken.
Für weiterführende Informationen über Schlaganfälle und Carotisstenosen können die Leser unter anderem hier nachlesen: FR.de und Hirnstiftung.


