Worte, die Brücken bauen: Das Literaturfestival 2026 in Donau-Ries
Heute ist der 26.06.2026 und in Donau-Ries hat das „Literaturfestival 2026“ seine Pforten geöffnet. Im KunstMuseum Donau-Ries in Wemding waren die Wände nicht nur mit Kunst geschmückt, sondern auch mit Worten, die zum Nachdenken anregen. Johanna Gößwein, eine talentierte Referendarin von der Leonhart-Fuchs-Grund- und Mittelschule, hat die Besucher mit ihrer Erzählung, die das Kinderspiel „Ich packe meinen Koffer“ thematisierte, in ihren Bann gezogen. Sie stellte Fragen zu Lebensnotwendigkeiten und dem eigenen Weg im Leben – tiefgründig und dennoch so vertraut.
Rund 50 Literatur- und Kunstfans fanden sich zusammen, um sich inspirieren zu lassen. Die Veranstaltung wurde von den Freunden des KunstMuseum und dem Autorenclub Donau-Ries organisiert, und die Stadt Wemding sowie Donauries haben tatkräftig unterstützt. Für die künstlerische Einstimmung sorgte Julia Bräunling am Piano, während Johanna Gößwein selbst die ersten Worte ihrer Erzählung sprach.
Ein bunter Abend voller Geschichten
Die Lesungen waren so vielfältig wie die Menschen im Publikum. Mick Saunter, ein Thrillerautor aus Gempfing, zog alle in seinen Bann mit seinem Buch „Rätsel“, das das Schicksal einer entführten Milliardärin behandelt. Die Spannung war förmlich greifbar, als er aus seinem Werk vorlas. Oliver Friese, ein Fantasyautor und Übersetzer aus Kaisheim, brachte eine ganz andere Facette mit: Er las die Kurzgeschichte „Die Beschwörung des Desinteresses“ von Neil Gaiman, die er ins Deutsche übersetzt hat. Die Magie der Worte ließ die Zuhörer in eine andere Welt eintauchen.
Petra Plaum, eine Journalistin, ehemals in Donauwörth tätig, ließ das Publikum mit ihren unterhaltsamen Geschichten und Reiseerlebnissen schmunzeln und nachdenken. Ihre Erzählungen waren ein wahres Feuerwerk an Anekdoten und Tipps, die zum Reisen einluden. Und das war noch nicht alles – die Veranstaltung war auch eine Bühne für junge Talente. Magdalena Stock aus Wallerstein wurde beim Schreibwettbewerb des Autorenclubs ausgezeichnet. Ihr Gedicht thematisierte das Dazugehören und die Suche nach dem eigenen Platz – eine bewegende Reise, die sie als Autistin mit Comics und Musik gestaltet.
Die Stimmen der Zukunft
Besonders beeindruckend war die junge Angelina Martin, eine Realschülerin, die mit einem Gedicht über das Gefühl der schnell vergehenden Zeit den ersten Platz belegte. Ihr Mut und Talent sind inspirierend und lassen hoffen, dass die nächste Generation von Schriftstellern in den Startlöchern steht. Henrike Straub, die die Preisverleihung moderierte, brachte mit ihren Reimen eine fröhliche Leichtigkeit in den Abend. Es war ein Fest der Worte, der Kreativität und vor allem des Miteinanders.
Und nicht zu vergessen: Gastautor Florian Birnmeyer aus Nürnberg bereicherte den Abend mit seinen eigenen Gedanken und Texten, die die Zuhörer zum Nachdenken anregten. Die Atmosphäre war lebendig, die Gespräche und Diskussionen sprudelten nur so, während der Abend langsam dem Ende entgegen ging.
Das „Literaturfestival“ ist mehr als nur eine Veranstaltung; es ist ein Ort, an dem Geschichten lebendig werden, an dem Talente gefördert werden und eine Gemeinschaft aus Kunst- und Literaturbegeisterten entsteht. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Liebe zur Literatur auch in einer digitalen Welt nicht verloren geht, sondern weiterhin gedeiht. In Donau-Ries wird die Zukunft der Literatur mit jeder Zeile, die gelesen und gehört wird, ein Stück heller.
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