Es ist ein Streit, der die Gemüter in Holzheimer Flur seit fast drei Jahrzehnten erhitzt: Die geplante Schlacken-Deponie „Am Roten Brunnen“. Während die Lech-Stahlwerke (LSW) die Elektroofenschlacke dort einlagern wollen, formiert sich Widerstand aus der Bürgerinitiative und der Gemeinde. An Spannung mangelt es nicht, denn nun hat das Landratsamt Donau-Ries am 23. April 2023 die Holzheimer Eigentümergemeinschaft eines 0,56 Hektar großen Grundstücks enteignet. Der Hintergrund? LSW möchte das Grundstück mit unbelastetem Erdmaterial auffüllen und damit eine Rekultivierung vorantreiben. Ob das wirklich ein Gewinn für die Allgemeinheit ist, darüber streiten sich die Geister.

Der Bürgermeister Josef Schmidberger sieht die Sache klar: Diese Deponie sei mehr ein privatwirtschaftliches Interesse als ein echtes Anliegen für das Wohl der Bürger. Diese Auffassung wird von vielen geteilt. Am 20. Mai hat die Eigentümergemeinschaft Klage beim Verwaltungsgericht Augsburg eingereicht, was die Entscheidung umso brisanter macht. Die Klage hat aufschiebende Wirkung, was bedeutet, dass die ganze Sache noch eine Weile dauern könnte. Aber das Landratsamt hat die Vorbesitzeinweisung bereits zum 1. Juli 2023 genehmigt, was der LSW ermöglicht, das Grundstück schon mal für ihre Zwecke zu nutzen.

Ein weiterer Knackpunkt: Die Mahnkapelle „Maria Hilf“

Ein weiterer emotionaler Aspekt in diesem Konflikt ist die Mahnkapelle „Maria Hilf“. Sie wurde 2009 von engagierten Bürgern errichtet und muss nun dem Deponieprojekt weichen. Es ist nicht nur ein Gebäude, es ist ein Teil der Gemeinschaft. Die Gegner der Deponie machen sich große Sorgen über mögliche Schäden für Mensch, Natur und vor allem die Trinkwasserversorgung. Valentin Wiedemann hat bereits eine Online-Petition gestartet, um Unterschriften gegen die Deponie zu sammeln. Mit großem Engagement kämpft die Bürgerinitiative gegen das Vorhaben. Manfred Reiter äußert seine Enttäuschung über den Enteignungsbeschluss. „So geht das nicht“, sagt er, und viele stimmen ihm zu.

Der ehemalige Landrat Stefan Rößle hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Er betont, dass die Entscheidung in der Verantwortung der Fachabteilung des Landratsamts lag. Das klingt nach einer Ausrede, oder? Josef Unsinn, der Vorsitzende der Bürgerinitiative, stellt die Frage, die viele beschäftigt: Braucht man die Deponie überhaupt? LSW hat auch ohne sie produziert. Eine berechtigte Frage in dieser hitzigen Diskussion.

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Auflagen und rechtliche Auseinandersetzungen

Die Lech-Stahlwerke müssen einige Auflagen erfüllen, darunter ein mehrschichtiges Abdichtungssystem und die Erfassung von Sickerwasser. Man könnte meinen, das wäre ausreichend, um die Sorgen der Bürger zu zerstreuen. Aber die Deponie hat einen langen Weg hinter sich, wurde aufgrund von Klagen und Rechtsstreitigkeiten verkleinert und mit zusätzlichen Auflagen versehen. Und der Konflikt ist noch lange nicht gelöst. Weitere rechtliche Auseinandersetzungen stehen uns bevor, und die Lage bleibt angespannt.

Es ist mehr als nur ein Streit um ein Stück Land. Es ist der Kampf um die Zukunft einer Gemeinschaft, um Umwelt- und Gesundheitsschutz und um die Frage, was „Wohl der Allgemeinheit“ wirklich bedeutet. In Holzheimer Flur wird die Debatte weitergeführt – und sie wird noch viele überraschen. Heute, am 4. Juli 2026, bleibt der Ausgang ungewiss. Aber eines ist sicher: Die Menschen hier lassen sich nicht so einfach unterkriegen.

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