Wiesenwunder in Dingolfing: Stieberger krönt sich zum Wiesenmeister 2026
Heute ist der 8.07.2026, und wir blicken zurück auf ein bemerkenswertes Ereignis im Landkreis Dingolfing-Landau. Hans Stieberger aus Ottering hat die Wiesenmeisterschaft 2026 gewonnen! Was für ein Erfolg! Seine Wiese, die stolze 0,5 Hektar groß ist, hat die Jury mit einer unglaublichen Artenvielfalt beeindruckt. Da kann man nur sagen: Hut ab! Fünf Wiesen schafften es ins Finale, und die Entscheidung fiel im malerischen niederbayerischen Isar-Inn-Hügelland.
Die prämierte Wiese von Stieberger liegt zwischen der Hauptstraße und der Abzweigung nach Hüttenkofen. Hier wird erst nach Mitte Juni gemäht, was der Wiese mehr Zeit gibt, sich zu entfalten. Und die Jury war begeistert – mindestens 44 verschiedene Pflanzenarten wurden gezählt! Darunter die Wiesen-Flockenblume, die Wilde Möhre, die Kartäusernelke und viele mehr. Stieberger bewirtschaftet übrigens einen konventionellen Milchviehbetrieb mit etwa 350 Rindern, und das Futter seiner prämierten Wiese wird direkt im eigenen Betrieb verwendet. Nachhaltigkeit in ihrer besten Form.
Eine Auszeichnung mit Tradition
Die Wiesenmeisterschaft wird seit 2009 veranstaltet und würdigt Landwirte, die sich für artenreiche Wiesen und Weiden einsetzen. Bei der Preisverleihung in Ruhstorf wurden insgesamt 36 Betriebe ausgezeichnet. LfL-Präsident Stephan Sedlmayer stellte klar, dass nur etwa ein Fünftel des genutzten Grünlands in Bayern wirklich artenreich ist. Das macht den Einsatz von Landwirten wie Stieberger umso wertvoller. Denn die ausgezeichneten Landwirte tragen aktiv zur Erhaltung der Biodiversität bei – und das ist in Zeiten des Artensterbens wichtiger denn je.
Die Fachjury hat die Flächen nach verschiedenen Kriterien bewertet: Artenvielfalt, Kulturlandschaftswert und wirtschaftliche Verwertung standen auf der Liste. Stiebergers extensive Bewirtschaftung ist ein Vorbild für viele. Ein großer Teil seiner Grünlandflächen liegt im Königsauer Moos. Hier zeigt sich, dass Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können.
Weitere Preisträger und die Zukunft der Wiesen
Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Ludwig und Janina Harlander aus Hartdobel/Stubenberg, Max Hitzenberger und Sonja Helmrich aus Hennersberg/Reut, Reinhard Feldmeier aus Wadelsberg/Reut sowie Konrad Neumaier und Merle Neumaier-Spindler aus Peterskirchen. Jeder von ihnen hat Großartiges geleistet und zeigt, dass es in Bayern noch viele engagierte Landwirte gibt, die sich für die Natur einsetzen.
In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass extensiv genutzte Wiesen in Bayern stark zurückgehen. Das gefährdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Schönheit unserer Landschaften. Mit 53% der heimischen Farn- und Blütenpflanzen und 59% der Tagfalter, die gefährdet sind, ist Handeln angesagt. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) unterstützt Landwirte aktiv bei der ökologischen Grünlandnutzung und ist ein wichtiger Partner für die Zukunft unserer Wiesen.
Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Wiesenmeisterschaft weiterentwickelt und welche neuen Initiativen in den kommenden Jahren ins Leben gerufen werden. Denn eines ist sicher: Die Liebe zur Natur und zur Landwirtschaft lebt in Bayern weiter!
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