Am Freitag war es soweit – eine besondere Feierstunde an der Pfarrer-Huber-Schule in Landau an der Isar stand auf dem Programm. Die Schulleiterin Wilma Brunner ließ es sich nicht nehmen, die Lesepaten der Viktor-Karell-Realschule gebührend zu verabschieden. Nach einem Jahr engagierter Lesepatenschaft war es Zeit, Danke zu sagen. Und das taten sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen mit viel Herz. Ein ganz besonderer Moment, der die enge Verbindung zwischen den Schulen feierte.

Die Kooperation zwischen der Viktor-Karell-Realschule und der Pfarrer-Huber-Schule besteht bereits seit mehreren Jahren und hat sich als äußerst wertvoll erwiesen. Zehn Schüler der 8. Klasse besuchen alle 14 Tage freitags die Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Klasse. Das Ziel? Lesen mit den Kindern üben! Vorlesen, Zuhören, systematisches Lesetraining – all das wird hier großgeschrieben. Dabei profitieren beide Seiten: Die Kinder freuen sich über die Besuche der Realschüler und bekommen so eine zusätzliche Lesestunde, während die Realschüler Geduld, Ruhe und Beziehungspflege lernen.

Ein herzliches Dankeschön

Bei der Verabschiedung wurden die Realschüler von Klassensprecher Jonas und Schulleiterin Brunner für ihr Engagement und ihre Empathie gelobt. Es war ein emotionaler Moment, der zeigte, wie wichtig solche Projekte für die Entwicklung von Kindern sind. Auch die Lehrkräfte Sandra Reh von der Pfarrer-Huber-Schule und Christine Kiermaier von der Realschule erhielten Dank für ihre Koordination. Einigkeit herrschte darüber, dass das Projekt im nächsten Schuljahr fortgesetzt wird – eine Entscheidung, die alle Beteiligten mit Freude erfüllte.

Lesefähigkeit ist nicht nur ein Schlüssel zum schulischen Erfolg, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in der persönlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Viele benötigen zusätzliche Unterstützung, um die Freude am Lesen zu entdecken. Diese Lesepaten sind echte Helden, die den Kindern im Leselernprozess zur Seite stehen und sie motivieren. Das ist auch keine neue Idee; in Deutschland gibt es bereits eine lange Tradition, die von Organisationen wie dem Bundesverband MENTOR und der Stiftung Lesen unterstützt wird.

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Ehrenamtliches Engagement

Das Engagement für die Leseförderung ist nicht nur wichtig, sondern auch ein Ausdruck unserer Gesellschaft. Laut dem Deutschen Freiwilligensurvey 2024 engagieren sich 36,7 % der Deutschen ab 14 Jahren freiwillig – das sind etwa 27 Millionen Menschen! Ein kleiner Rückgang im Vergleich zu 2019, aber dennoch eine beeindruckende Zahl. Besonders Frauen sind oft in der Arbeit mit Kindern aktiv. Sie bringen nicht nur ihre Zeit, sondern auch ihre Leidenschaft ein, um einen positiven Beitrag zur Bildung zu leisten.

Die positiven Effekte des Ehrenamts sind unübersehbar: Verbesserte Lese- und Sprachkompetenzen, erhöhte Bildungschancen, gefördertes Selbstbewusstsein und stärkere soziale Kompetenzen sind nur einige Beispiele. Diese Lesepaten sind eine wichtige Säule in der Leseförderung – sie sollten in der Öffentlichkeit mehr gewürdigt werden. Die Herausforderungen, die es bei der Gewinnung von Lesepaten gibt, sind vielfältig. Aber mit kluger Ansprache, Informationsveranstaltungen und der Nutzung sozialer Medien lässt sich viel erreichen.

Alles in allem zeigt sich, wie wertvoll solche Projekte sind. Sie fördern nicht nur die Lesefähigkeit der Kinder, sondern schaffen auch Brücken zwischen verschiedenen Altersgruppen. Und das ist in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je. So bleibt zu hoffen, dass viele weitere Schulen diesem Beispiel folgen und die Tradition der Lesepatenschaften weiterleben lassen.

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