Zukunft der Gesundheitsversorgung: Kreiskliniken Dillingen-Wertingen im Umbruch
Heute, am 26. Oktober 2026, versammeln sich die Mitglieder des Krankenhausausschusses der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen, um über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in unserer Region zu debattieren. Der Ort des Geschehens ist kein geringerer als der Sitzungssaal der Kreiskliniken. Um 15.30 Uhr geht’s los – und das erste Mal nach der Sommerpause sind alle gespannt, was Klinik-Geschäftsführerin Elke Frank für uns bereithält. Sie hat bereits angekündigt, uns im Herbst eine „Medizin-Strategie 2026“ zu präsentieren. Ein bisschen Aufregung liegt in der Luft, denn die Herausforderungen sind groß.
Die Kreiskliniken stehen vor einem Umstrukturierungsprozess infolge der Insolvenz, und trotzdem soll sich alles weiterentwickeln. Das klingt fast schon paradox, oder? Man könnte sagen, es ist wie der Versuch, ein Schiff zu reparieren, während es noch auf hoher See unterwegs ist. Die letzte Sitzung des Ausschusses liegt immerhin schon drei Monate zurück, und das lässt nicht viel Zeit für einen soliden Zukunftsplan. Im Kreistag wurde im März 2025 ein Medizinkonzept beschlossen, das unter anderem vorsieht, dass Dillingen eine Klinik mit Notaufnahme bekommt. Wertingen hingegen soll mit einer Akutgeriatrie, Innerer Medizin und geriatrischer Rehabilitation aufwarten.
Neue Wege in der Gesundheitsversorgung
Das klingt alles sehr vielversprechend, doch der Aufbau der geriatrischen Rehabilitation hat bislang an den Vorgaben des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen gescheitert. Bisher gibt es in Wertingen lediglich die Akutgeriatrie und die Innere Medizin. Aber Elke Frank hat große Pläne – sie möchte die Entwicklung nicht bei diesem Stand belassen. Das GKV-Spargesetz könnte eine saftige Kostenbelastung von zwei bis vier Millionen Euro für die Kreiskliniken nach sich ziehen. Umso wichtiger ist es, dass sie dem Kreistag mehrere Handlungsszenarien zur Abstimmung vorlegt.
Eines dieser Szenarien könnte die Umwandlung Wertingens in einen sektorenübergreifenden Versorger sein. Das klingt nicht nur interessant, sondern könnte auch dazu beitragen, stationäre und ambulante Angebote besser zu verbinden und somit die Betriebskosten zu senken. Ein weiterer Aspekt, der zur Debatte steht, ist ein bislang nicht veröffentlichtes Gutachten zur Krankenhauslandschaft in Nordschwaben. Dieses umfassende 250 Seiten starke Papier wird derzeit in kommunalen Gremien hinter verschlossenen Türen vorgestellt. Auf den ersten Blick hat das Ganze das Potenzial, die Gesundheitsversorgung in unserer Region nachhaltig zu verändern.
Der Rahmen der Krankenhausreform
Doch nicht nur die Kreiskliniken sind betroffen von den Umstrukturierungen. Die Ende 2024 beschlossene Krankenhausreform bringt frischen Wind in die Branche. Mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) soll die Behandlungsqualität gesichert und die Effizienz der Krankenhausversorgung erhöht werden. Ein Teil des Plans sieht vor, dass die Krankenhausplanung künftig Aufgabe der Bundesländer bleibt. Das bedeutet, dass sie entscheiden, welche Krankenhäuser welche Leistungen anbieten – ein wichtiger Schritt zur flächendeckenden und bedarfsgerechten medizinischen Versorgung.
Die Reform sieht außerdem vor, dass Krankenhäuser künftig Leistungsgruppen zugeordnet werden. Für jede dieser Gruppen gelten Mindestanforderungen an technische Ausstattung, Fachärztliches Personal und Pflegepersonal. Man kann sich vorstellen, dass dies nicht nur die Qualität der Behandlungen steigern soll, sondern auch dazu führt, dass nicht jedes Krankenhaus jede Leistung anbieten kann. Eine stärkere Konzentration auf Spezialisierung könnte die Behandlungsqualität fördern. Gleichzeitig könnten kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum in sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen umgewandelt werden – das könnte deren Fortbestand sichern.
Die nächsten Monate und Jahre werden zeigen, wie die Gesundheitsversorgung in unserer Region aussieht. Eines steht fest: Es gibt viel zu tun, und die Zeit drängt. Wir dürfen gespannt sein, welche Entscheidungen der Ausschuss heute treffen wird und welche Wege man in Dillingen und Wertingen einschlagen wird, um die medizinische Versorgung für die Menschen hier zu verbessern. Hoffen wir, dass die Pläne fruchten und die Zukunft der Kreiskliniken nicht nur auf dem Papier gut aussieht, sondern auch in der Praxis überzeugt.
