In der bayerischen Stadt Dillingen an der Donau wird am kommenden Samstag ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Walter Mixa, der emeritierte Bischof von Augsburg und Eichstätt, wird 85 Jahre alt. Mixa, der 1941 in Königshütte, Oberschlesien, geboren wurde und nach Kriegsflucht in Heidenheim aufwuchs, prägte über 14 Jahre lang die Diözese Eichstätt sowie das Bistum Augsburg.
Sein Weg in die Kirchenführung begann mit einem Studium der Philosophie und Theologie in Dillingen und Fribourg von 1964 bis 1970, gefolgt von seiner Priesterweihe durch Bischof Josef Stimpfle im Jahr 1970. 1996 wurde er zum Bischof von Eichstätt ernannt, bevor er 2000 auch die Rolle des katholischen Militärbischofs übernahm. 2005 schließlich wurde er Bischof von Augsburg.
Kontroversen und Rücktritt
Das Ende seiner Amtszeit war von Kontroversen geprägt. Im Frühjahr 2010 tauchten Vorwürfe auf, dass Mixa Heimkinder geohrfeigt und Gelder veruntreut habe. Der Bischof räumte ein, „die eine oder andere Watschn“ gegeben zu haben und bot seinen Rücktritt an, der von Papst Benedikt XVI. angenommen wurde. Trotz seiner Bemühungen, seinen Rücktritt zu widerrufen und persönlich mit dem Papst zu sprechen, erhielt er sein Bischofsamt nicht zurück. Die Aufklärung der Vorwürfe, darunter auch ein Verdacht auf sexuellen Missbrauch, wurde schnell zu den Akten gelegt.
Sein Krisenmanagement und der mangelnde Rückhalt in der Diözese sowie der Bischofskonferenz trugen wesentlich zu seinem Rücktritt bei. Im Mai 2019 plante Mixa, bei einer AfD-Veranstaltung in Augsburg zu sprechen, sagte jedoch nach öffentlicher Empörung ab. Zuvor hatte er bereits im Januar 2019 bei einer AfD-Veranstaltung in Stuttgart über Islam und Moscheebau gesprochen.
Leben im Ruhestand und aktueller Stand
Nach seinem Rücktritt lebt Walter Mixa zurückgezogen in der „Villa Barbara“ in Gunzenheim, Landkreis Donau-Ries. Trotz seines Ruhestands ist er weiterhin in der Öffentlichkeit präsent, wie etwa bei der Verabschiedung seines Nachfolgers Gregor Maria Hanke. In den letzten Jahren gab es zudem Berichte über ein Strafverfahren gegen ihn, das in der Schweiz untersucht wird, was die Schattierungen seiner Biografie weiter verstärkt. Weitere Informationen dazu können auf Spiegel.de nachgelesen werden.
Walter Mixa hat in seinem Leben sowohl Erfolge als auch Rückschläge erlebt. Sein Einfluss auf die katholische Kirche in Bayern und die damit verbundenen Herausforderungen sind ein faszinierendes Kapitel der bayerischen Religionsgeschichte. Anlässlich seines 85. Geburtstags wird er sicherlich viele Menschen zum Nachdenken anregen und als eine herausragende Figur in der Region in Erinnerung bleiben.