In Dillingen an der Donau war es Mitte Oktober soweit: 40 Jugendliche aus verschiedenen Ecken Europas kamen zusammen, um gemeinsam Musik zu machen. Die Schülerinnen und Schüler vom St.-Bonaventura-Gymnasium, aus Elbląg in Polen und aus Forlì in Italien erlebten eine aufregende Projektwoche im Rahmen von „Erasmus+“. Ein echtes interkulturelles Abenteuer, das nicht nur die Noten, sondern auch die Herzen verband.

Der Höhepunkt der Woche war ein Konzert im Festsaal des Dillinger Schlosses am 16. Oktober, das unter dem Motto „Viele Stimmen – ein Europa“ stand. Die Musik hallte durch die hohen Räume und die Jugendlichen zogen singend mit einem Jodler auf die Bühne ein. Mit der Europahymne verabschiedeten sie sich, und es war ein Moment, der die Bedeutung des europäischen Gedankens greifbar machte.

Ein herzlicher Empfang

Im Großen Sitzungssaal des Dillinger Rathauses wurden die Jugendlichen von Oberbürgermeister Frank Kunz herzlich empfangen. Er erzählte ihnen nicht nur über die Geschichte Dillingens, sondern ermutigte sie auch, grenzüberschreitende Freundschaften zu schließen. „Bleibt in Kontakt“, war eine seiner Botschaften, und man spürte, wie wichtig ihm der Austausch und das Verständnis zwischen den Kulturen war. Ein besonderer Dank ging an die Erasmus+-Koordinatorin Alexandra Finck, die maßgeblich an der Organisation beteiligt war.

Die Woche war nicht nur mit Proben gefüllt, sondern beinhaltete auch spannende Ausflüge. Die Jugendlichen besuchten Augsburg, wo sie das Leopold-Mozart-Haus und die Fuggerei erkundeten. In Nördlingen erlebten sie die Stadtmauer und das Rieskrater-Museum. Dabei lernten sie nicht nur viel über die deutsche Kultur, sondern auch über die Unterschiede in ihren Heimatländern. Kleine Anekdoten, wie dass Kinder in Deutschland manchmal allein mit dem Bus fahren oder dass Pizza hier mit einer Schere geschnitten wird, sorgten für Schmunzeln.

Ein musikalisches Feuerwerk

Das Konzertprogramm war ein wahrer Ohrenschmaus und umfasste Werke aus verschiedenen Epochen. Von Mozarts „Drei deutschen Tänzen“ für Flötentrio bis hin zu Xaver Scharwenkas „Polnischem Tanz“ für Klavier zu sechs Händen – die Vielfalt war beeindruckend. Zwischen den Musikstücken berichteten die Jugendlichen über ihre Erlebnisse in den Gastfamilien und wie sich während der Woche neue Freundschaften entwickelten. Es war ein Fest der Musik und des Miteinanders, das in der Luft lag.

Und dann kam der Moment der Zertifikatsübergabe. Schulleiter Oliver Stahl, der an diesem Tag Geburtstag hatte, wurde mit einem internationalen Geburtstagsständchen überrascht. Nach der Übergabe sangen alle gemeinsam Beethovens „Ode an die Freude“, und mit der Zugabe „Peace I give“ endete ein unvergesslicher Abend. Man hätte das Glück und die Freude in der Luft förmlich spüren können.

Ein Blick über den Tellerrand

Dass solche Austauschprojekte möglich sind, ist nicht nur dem Engagement der Schulen zu verdanken, sondern auch den verschiedenen EU-Programmen, die jungen Menschen Chancen bieten, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Registrierungen für die Teilnahme an solchen Programmen sind bereits ab 17 Jahren möglich, und die Jugendlichen können in einer Vielzahl von gemeinnützigen Projekten im Ausland aktiv werden. Es ist eine tolle Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Wie schön, dass das St.-Bonaventura-Gymnasium nicht nur in der Musik, sondern auch in anderen Fachbereichen Erasmus+-Projekte durchführt. Hier können Schülerinnen und Schüler für mehrere Monate an europäischen Gastschulen lernen. Eine Erfahrung, die nicht nur den Horizont erweitert, sondern auch Freundschaften fürs Leben schaffen kann.