Heute ist der 27.06.2026 und in Dillingen an der Donau stehen die Zeichen auf Feier. Reinhard Seitz, ein Mann, der die Geschichte seiner Heimatstadt maßgeblich geprägt hat, wird 90 Jahre alt! Wer hätte gedacht, dass ein Gymnasiast, der seine ersten Artikel zur Lauinger Geschichte für die Donauzeitung verfasste, einmal eine derart beeindruckende Forschungsreise antreten würde? Bereits 1955/56 legte er mit seiner ersten wissenschaftlichen Arbeit „Geschichte der Lauinger Goldschmiede“ den Grundstein für sein Lebenswerk, das sich durch Findigkeit, Genauigkeit und bemerkenswertes Urteilsvermögen auszeichnete.

Seitz‘ Engagement für das städtische Archiv ist legendär. Dort bündelte er Bestände, säuberte und klassifizierte sie. Das daraus entstandene Findbuch setzte neue Maßstäbe in Umfang und Verlässlichkeit. Man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig seine Arbeiten für das Verständnis der regionalen Geschichte waren. Seine Doktorarbeit über das Ortsnamenbuch des (Alt-)Landkreises Dillingen war nur eine weitere Facette seines Schaffens. Auch ein umfangreicher Registerband der Urkunden des Bächinger Schlossarchivs zeugt von seinem unermüdlichen Fleiß.

Ein Leben für die Heimatgeschichte

Besonders eindrucksvoll sind die zahlreichen Beiträge, die Seitz im Adressbuch des Landkreises veröffentlichte. Darunter finden sich ortsgeschichtliche Vorbemerkungen zu Gemeinden, die bis heute für den schulischen Heimat- und Sachkundeunterricht von Bedeutung sind. 1980 steuerte er zusammen mit seinem Vater Hermann Seitz wesentliche Inhalte zur Lauinger Festschrift anlässlich eines Dreifach-Jubiläums bei und beleuchtete dabei Künstlerpersönlichkeiten wie die Maler Schittenhelm, Gerung, Brentel und den Musiker Jacob Paix.

Ein echtes Highlight seiner Forschung war die Untersuchung des Martinsmünsters sowie der Schlösser in Lauingen und Höchstädt. Hier bündelte er jahrhundertealte Überlieferungen zur Fasnacht und zum Schützenwesen – das ist für die Dillinger nicht nur Historie, das ist ein Teil ihrer Identität! Und wie könnte man die grundlegende Darstellung der Geschichte des Judentums in Schwaben vergessen? Seitz wies die „Krypta“ der Spitalkirche als jüdische Mikwe aus – ein bedeutender Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte.

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Ein Forscher mit Weitblick

Seitz brachte auch die Figur des Augustinerpriors Caspar Amman, einer bedeutenden Gestalt der Reformationszeit, wieder ins Licht. Ein Mann, der für seine beeindruckende Bibliothek und seine Fähigkeiten in Hebräisch bekannt war, darf in der Geschichtsschreibung nicht fehlen. Sein Werk zeigt, wie er seine Forschung von der Orts- und Landesgeschichte zur großen Geschichte ausdehnte – ein beeindruckender Weg!

Seitz hat sich nicht nur in der Wissenschaft einen Namen gemacht, sondern auch in der Herzen der Menschen in Lauingen. Sein unermüdlicher Einsatz und seine große Verbundenheit zur Heimatstadt haben ihm zahlreiche Verdienste eingebracht, die nicht hoch genug geschätzt werden können. Die Stadt kann stolz auf einen so engagierten Bürger sein, der die Geschichten seiner Vorfahren lebendig hält und der neuen Generation eine wertvolle Grundlage für ihr Wissen bietet.

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