Kampf um Glauben und Werte: Katholische Laien erheben die Stimme gegen die AfD
In der aktuellen politischen Landschaft Bayerns sorgt die AfD einmal mehr für hitzige Diskussionen, insbesondere unter den katholischen Laien. Christian Gärtner, der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, hat die Partei bei der Mitgliederversammlung des höchsten katholischen Laiengremiums in Augsburg scharf kritisiert. Er bezeichnete die AfD als „brutal kirchen- und christentumsfeindlich“ und betonte, dass die Partei das Christentum lediglich als „aufgeblasenen Ballon“ nutzt, um das „christliche Abendland“ zu verteidigen.
Gärtner äußerte zudem seine Besorgnis über die Situation der katholischen Kirche in Sachsen-Anhalt, die unter dem Druck der AfD steht, insbesondere vor den anstehenden Landtagswahlen im Herbst. Er betonte die Notwendigkeit, die katholischen Geschwister dort zu unterstützen, da die AfD Bestrebungen hat, die Kirchensteuer und Staatsleistungen für die Kirche abzuschaffen. Nach den bayerischen Kommunalwahlen im März sind mehr AfD-Abgeordnete in den Gremien vertreten, was die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg erschweren könnte.
Die Bedrohung durch die AfD
Ein Blick auf das Wahlprogramm der AfD für die Landtagswahl am 1. September in Sachsen-Anhalt zeigt die Ernsthaftigkeit der Bedrohung. Die Partei plant, die Zahlung der Staatskirchenleistungen, die derzeit rund 43 Millionen Euro jährlich betragen, ersatzlos zu streichen und den staatlichen Kirchensteuereinzug zu beenden. Der Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft und verfolgt mit seiner Rhetorik eine aggressive Strategie gegen die Kirchen. In aktuellen Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt bei 40 Prozent und könnte möglicherweise erstmals einen Ministerpräsidenten stellen.
Ein weiteres Ziel der AfD ist es, das Kirchenasyl als Verstoß gegen geltendes Recht zu betrachten und die Abschiebung von Kirchenasylanten schnellstmöglich durchzuführen. Dies würde in Zusammenarbeit mit Ausländer- und Polizeibehörden geschehen. Kritiker werfen der AfD vor, dass sie die großen Kirchen als „Kirchensteuerkirchen“ darstellt, die sich von der Pflege des christlichen Glaubens entfernt hätten und eine „Regenbogenideologie“ propagieren.
Ein Appell an die Gemeinschaft
Gärtner hat auch die katholische Gemeinschaft dazu aufgerufen, sich aktiv für den Schutz des ungeborenen Lebens einzusetzen. Er ist der Meinung, dass dieser Schutz nicht durch Demonstrationen, sondern durch finanzielle Unterstützung von Organisationen wie der Aktion für das Leben erfolgen sollte, die unbürokratische Hilfe für Mütter bieten. Beim „Marsch fürs Leben“ in München haben mehrere tausend Menschen gegen Abtreibung und Sterbehilfe demonstriert, darunter auch kirchliche Würdenträger. Dennoch werden diesen Demonstrationen von Kritikern antidemokratische und menschenfeindliche Positionen vorgeworfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die katholische Kirche und ihre Laien sich in Bayern und Sachsen-Anhalt in einer entscheidenden Phase befinden. Die AfD stellt eine ernsthafte Herausforderung dar, nicht nur für die Kirchensteuer, sondern für die Werte, die die Gemeinschaft verteidigen möchte. Ein verstärktes Engagement und die Unterstützung der katholischen Geschwister in betroffenen Regionen sind dringend erforderlich, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
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