Heute ist der 4.03.2026 und in Deggendorf gibt es gute Nachrichten für den Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen. Die Europäische Kommission hat die Umweltprüfung für den Ausbau abgeschlossen und gibt damit grundsätzlich „grünes Licht“ für das Projekt. Diese Entscheidung wurde von Manfred Weber, dem niederbayerischen Europaabgeordneten, bekannt gegeben. Die Kommission hat die Auswirkungen des Projekts auf die Flora und Fauna untersucht und festgestellt, dass die negativen Auswirkungen durch „zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses“ gerechtfertigt sind. Der Planfeststellungsbeschluss steht somit formal nichts mehr im Weg.
Bereits im Jahr 2019 erteilte Brüssel eine Genehmigung für den ersten Abschnitt zwischen Straubing und Deggendorf, wo die Bauarbeiten derzeit bereits im Gange sind. Die Planfeststellungsbehörde, die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), wird nun die Stellungnahme der EU auswerten. Der Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Abschnitt, der zwischen Deggendorf und Vilshofen verläuft, soll in der ersten Jahreshälfte 2026 erlassen werden.
Dringlichkeit des Hochwasserschutzes
Der Ausbau der Donau hat nicht nur das Ziel, die Schifffahrt zu verbessern, sondern auch Hochwasserschutzmaßnahmen zu ermöglichen. Kommunen entlang der Donau warten seit Jahren auf entsprechende Projekte, da bisher keine Bebauungspläne für Überschwemmungsgebiete erstellt werden konnten. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat den Bund aufgefordert, das Verfahren zügig abzuschließen, da der Hochwasserschutz keinen Aufschub dulde. Der Freistaat investiert bereits mehrere hundert Millionen Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen. Lokale Vertreter drängen auf einen schnellen Beschluss, um den Ausbau möglicherweise noch 2026 beginnen zu können.
Der rund 70 km lange Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen ist der letzte frei fließende Teil der bayerischen Donau, über dessen Zukunft seit Jahrzehnten gestritten wird. Ursprünglich plante die bayerische Staatsregierung eine Kanalisierung mit Staustufen, jedoch setzte sich 2013 die „sanfte Lösung“ ohne zusätzliche Staustufen durch. Diese „sanfte Lösung“ umfasst Anpassungen im Flussbett sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Schiffbarkeit und des Hochwasserschutzes.
Reaktionen und Ausblick
Die Reaktionen auf die EU-Stellungnahme sind durchweg positiv. Anrainer zeigen sich erleichtert, dass die EU die Entscheidung getroffen hat, die als Grund für Verzögerungen genannt wurde. Jürgen Roith, Bürgermeister von Winzer, kritisiert jedoch die Bundesbehörde WSV für Verzögerungen und lobt die EU für ihre schnelle Bearbeitung. Auch Deggendorfs Landrat Bernd Sibler fordert zügige Genehmigungen vom Bund, um die Umsetzung der Maßnahmen voranzutreiben.
Insgesamt wird der Donauausbau nicht nur für die Verbesserung des Schiffsverkehrs, sondern auch für den notwendigen Hochwasserschutz der Anrainer als entscheidend angesehen. Die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, fordern schnelles Handeln in Bezug auf Hochwasserschutzmaßnahmen. Der Erfolg des Projekts wird auch im Kontext der künftigen Wasserwirtschaft und des Naturschutzes stehen.
Für weitere Informationen über den Donauausbau und die damit verbundenen Entwicklungen, besuchen Sie bitte die Quelle und die zusätzliche Infos dazu.