Sichere Umsetzungen für Hochwasserschutzprojekte stehen auf der Agenda in Niederbayern. Landräte Bernd Sibler aus Deggendorf und Raimund Kneidinger aus Passau haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme optimistisch geäußert und hoffen darauf, dass die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz zwischen Deggendorf und Vilshofen noch im Jahr 2026 starten können. Der Rückenwind kommt von der Europäischen Kommission, die kürzlich den Weg für den zweiten Abschnitt des Donauausbaus und den Hochwasserschutz freigemacht hat, wie idowa.de berichtet.
Doch die Umsetzung hat ihre Tücken. Ursprünglich war mit einer zeitnahen Entscheidung gerechnet worden, doch Verzögerungen beim Planfeststellungsbeschluss werfen einen Schatten auf den Optimismus. Der Beschluss für den Hochwasserschutz war ursprünglich für dieses Jahr angekündigt, könnte sich nun aber bis zur Jahresmitte 2026 hinziehen. Dieses bangen Warten ist für viele Beteiligte nicht hinnehmbar, wie auch br.de ausführlich beschreibt.
Euphorie und Frustration
Bayerns Umweltminister, Thorsten Glauber, sieht das Projekt als lebenswichtig für die Region und meldet, dass der Freistaat Bayern bereit ist, mehrere hundert Millionen Euro in diesen Hochwasserschutz zu investieren. Das Ziel ist klar: ein sanfter Ausbau der Donau, der gleichzeitig die Sicherheit bei Hochwasserereignissen verbessern soll. Ein umso wichtigeres Anliegen, da Schwankungen von Hochwasserereignissen mitunter verheerende Auswirkungen haben können, besonders wenn man bedenkt, dass hier Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis angestrebt wird, so stmuv.bayern.de.
Doch die Unzufriedenheit in der Region nimmt zu. Landrat Sibler äußert, dass er sich nicht ernst genommen fühlt und den Eindruck hat, dass man mit den Bedürfnissen der Bürger nicht ausreichend umgeht. Auch der Bürgermeister von Osterhofen, Thomas Etschman, hebt hervor, wie wichtig dieser Hochwasserschutz für die Bürger ist und nennt die Verzögerungen inakzeptabel. Bürgermeister Jürgen Roith von Winzer geht sogar so weit, das Projekt als „Ewigkeitsprojekt“ zu bezeichnen, was die Betroffenen verunsichert.
Künftige Schritte und Herausforderungen
Die Planfeststellungsbehörde, die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) des Bundes, steht in der Verantwortung und wird aufgefordert, das Verfahren schnell abzuschließen. Immerhin hat der Freistaat Bayern schon rund 500 Millionen Euro in den Hochwasserschutz zwischen Straubing und Vilshofen investiert. Die Freude über bereits abgeschlossene Projekte in Fischerdorf und Winzer wird jedoch von dem drängenden Bedürfnis nach vollständigem Hochwasserschutz überschattet, der erst nach einem rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss verwirklicht werden kann.
Es bleibt nun zu hoffen, dass die notwendigen Schritte zeitnah unternommen werden, um den Hochwasserschutz voranzubringen. Die Anspannung in der Region ist spürbar, und die Bürger erwarten zügige Fortschritte, denn da liegt entscheidend etwas an – die Sicherheit ihres Lebensraums.