Die Stadt Deggendorf hat sich entschieden: Auf einen Antrag für eine Auffahrt auf die A92 in Fischerdorf wird nicht hingearbeitet. Diese Entscheidung wurde Mitte dieser Woche mit großer Mehrheit im Stadtrat getroffen. Laut Stadtplaner Klaus Busch ist ein solcher Antrag schlichtweg nicht umsetzbar. PNP berichtet, dass dies die Konsequenz der Pro und Contra-Diskussionen rund um eine potenzielle A92-Anschlussstelle war, die durch das Bündnis Klimaentscheid angestoßen wurde.

Im Dezember 2022 hatte der Stadtrat noch beschlossen, die Machbarkeit eines Antrags zu untersuchen. Das Ergebnis? Es konnte keine funktionierende Trasse für die Rampen gefunden werden. Busch führte aus, dass die Anforderungen an die Rampen problematisch sind, da sie direkt in die Staatsstraße münden müssten. Zudem würden bestehende Einrichtungen, wie der Recyclinghof und die Studentenwohnanlage, durch eine Abfahrtsrampe beeinträchtigt. Um die Situation weiter zu verkomplizieren, gibt es eine Anbauverbotszone von 40 Metern ab Straßenrand für solche Rampe.

Auf der Suche nach Lösungen

Die Diskussion um eine Anschlussstelle auf der A92 wurde mit dem Vorhaben, eine zusätzliche Donaubrücke zu errichten, brisanter. Bürgermeister Dr. Christian Moser und die Mehrheit des Stadtrats halten den Brückenneubau für notwendig, um die Stauungen insbesondere in Fischerdorf zu entschärfen. Die geschätzten Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf etwa 75 Millionen Euro. Doch die hohen Ausgaben, mögliche Eingriffe in das Gelände der Landesgartenschau und negative Klimaauswirkungen stehen dabei in der Kritik. Die Aktionsgruppe Klimaentscheid fordert daher Alternativen zur Donaubrücke, unter anderem eine stärkere Nutzung von Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Trotz der intensiven Diskussion wurde der Antrag der Aktionsgruppe in der Oktobersitzung des letzten Jahres abgelehnt. Ein Vorschlag zur Schaffung von Rampen an der A92 zur Entlastung der Verkehrssituation in Deggendorf wurde ebenfalls geprüft. Es zeichnete sich jedoch schnell ab, dass die erforderlichen 250 Meter für Ein- und Ausfädelspuren nicht erreicht werden können, wenn die Rampe gerade verläuft. Trotzdem sieht Georg Kestel, Vorsitzender des BUND Naturschutz Deggendorf, Ideen, um die verlangte Länge durch Verlagerung des Startpunkts der Rampe zu erreichen.

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Ein Blick auf verschiedene Varianten

Der Klimaentscheid hat zwei Varianten für die Rampen ins Spiel gebracht, die entweder von Osten oder von Westen in Richtung Deggendorf führen könnten. Die Ost-Auffahrt würde die Hauptstraße überqueren und eine 250 Meter lange Einfädelspur ermöglichen. Im Westen könnte eine Rampe unter der Autobahnbrücke realisiert werden, wobei eine Einfädelspur von etwa 220 Metern in Aussicht steht. Diese Alternativen könnten schneller und kostengünstiger umgesetzt werden als der Neubau der Donaubrücke und hätten zudem verkehrliche Vorteile, indem sie direkt mit der B11 verknüpft werden.

Die Aktivisten des Klimaentscheids argumentieren, dass eine Rampenlösung die Kosten minimieren und das Landesgartenschaugelände schonen könnte. Der Vorschlag steht jedoch noch am Anfang; die nächsten Schritte sind eine Machbarkeitsüberprüfung durch Verkehrsplaner sowie eine Konsultation mit der Autobahn GmbH. Bis zur Klärung wird der Stadtrat keinen Planungsauftrag für den Bau der Donaubrücke vergeben, welche allein bereits 7 Millionen Euro an Planungskosten verschlingt.

In Deggendorf bleibt die Verkehrsentwicklung somit weiterhin spannend und es bleibt abzuwarten, welche Lösung sich am Ende durchsetzen wird. In Anbetracht der unterschiedlichen Meinungen im Stadtrat—von der CSU, die die Machbarkeit anzweifelt, bis zu den Freien Wählern, die gespalten sind in ihren Ansichten—zeichnen sich zahlreiche Herausforderungen ab. Die kommenden Monate werden zeigen, ob eine Lösung für die Verkehrssituation in Deggendorf gefunden werden kann.

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