Selige Märtyrer: Priester Drbola und Bula ehrenvolle Erinnerung in Brünn
Am heutigen Tag, dem 6. Juni 2026, wird in Brünn, Tschechien, ein bedeutsames Ereignis für die katholische Kirche gefeiert. Die Priester Václav Drbola und Jan Bula, beide tragische Opfer des kommunistischen Regimes der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg, werden seliggesprochen. Ein Festakt, geleitet von Kurienkardinal Michael Czerny, selbst aus Brünn stammend und 1948 vor den Kommunisten nach Kanada emigriert, bringt ein Stück Geschichte zurück ins kollektive Gedächtnis.
Der Kontext für diese Seligsprechung ist erschütternd. Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei im Februar 1948 begann im Land eine brutale Repression gegen die Katholische Kirche. Es war eine Zeit, in der Kirchenbesitz enteignet, katholische Publikationen verboten und Schulen geschlossen wurden. Auch der Nuntius wurde ausgewiesen, und der Vatikan unter dem Regime als Feind erklärt. Dies führte zur Einführung eines staatlichen Kirchenamtes im Oktober 1949, das das kirchliche Leben streng überwachte.
Repression und Ungerechtigkeit
Ein Wendepunkt in der Geschichte war das Attentat am 2. Juli 1951 in Babice, bei dem drei kommunistische Funktionäre erschossen wurden. Eine Gruppe um Ladislav Malý wurde dafür verantwortlich gemacht. Spannend ist hier, dass Malý zuvor Jan Bula und Václav Drbola mit einer erfundenen Geschichte über die Befreiung des Prager Erzbischofs Josef Beran täuschte. Beide Priester hielten ihn für unseriös und brachen den Kontakt ab.
Das kommunistische Regime nutzte das Attentat als Vorwand für eine Repressionswelle gegen die Katholische Kirche, die durch organisierte Schauprozesse gezeichnet war. Innerhalb kurzer Zeit wurden elf Todesurteile gefällt, und über 100 Personen erhielten teils lebenslange Freiheitsstrafen. In dieser Atmosphäre der Angst und Verfolgung wurden 1950 zahlreiche Ordensleute unter dem Vorwurf der Spionage in Konzentrationsklöster oder Umerziehungslager eingewiesen, während Priester und Bischöfe zwischen 1948 und 1952 oft verhaftet oder interniert wurden, berichtete Radio.cz.
Die letzten Tage der Priester
Václav Drbola, der 1938 nach seiner Priesterweihe in verschiedenen Pfarreien tätig war und sich besonders der Jugendpastoral widmete, wurde am 17. Juni 1951 verhaftet. Jan Bula, bekannt für sein Engagement nach seiner Priesterweihe in 1945, wurde ebenfalls festgenommen, wobei beide fälschlicherweise beschuldigt wurden, am Attentat von Babice beteiligt gewesen zu sein. Unter Folter unterzeichneten sie ein Schuldbekenntnis, das nicht ihrer eigenen Wahrheit entsprach.
Im Jahr 1951 wurde Drbola in einem Schauprozess zum Tode verurteilt und schließlich am 3. August 1951 hingerichtet, gefolgt von Bula, der im November 1951 in einem weiteren großen Schauprozess zum Tode verurteilt wurde und am 20. Mai 1952 sein Leben verlor. Trotz des Leids und der Ungerechtigkeit blieben beide Priester ihrem Glauben treu, was durch Briefe und Zeugenaussagen belegt ist. Nach der Wende wurden sie schließlich rehabilitiert – Drbola 1996 und Bula 1991, als ihre Unschuld anerkannt wurde.
Die Seligsprechung der beiden Priester stellt eine wichtige Geste des Gedenkens dar, die nicht nur ihre persönlichen Kämpfe anerkennt, sondern auch die kollektive Erinnerung an das Leiden der katholischen Gemeinschaft während einer dunklen Zeit in der Geschichte der Tschechoslowakei. Ihr Erbe lebt weiter in den Herzen vieler.
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