Heute ist der 5.05.2026 und in Dachau wird der Tag des Lokaljournalismus gefeiert. Ein Grund zum Feiern, wenn man bedenkt, wie wichtig lokale Berichterstattung für unsere Gemeinschaft ist. Die Lokalredaktion der Dachauer Nachrichten, in der Richard-Wagner-Straße 6 ansässig, hat dazu eine besondere Aktion ins Leben gerufen. Hier zeigen Menschen aus dem Landkreis Dachau in Videobotschaften, wie sehr ihnen die lokale Presse am Herzen liegt. In Zeiten, in denen Fake News und unüberprüfte Informationen wie Pilze aus dem Boden schießen, wird verlässlicher, sauber recherchierter Journalismus mehr denn je gebraucht.
Lokaljournalismus ist mehr als nur Nachrichten aus der Nachbarschaft. Er hilft uns, Entwicklungen einzuordnen und gibt den Themen und Gesichtern unserer Region einen Platz. So beschreibt Sven Langer vom Technischen Hilfswerk Dachau, dass dieser Journalismus nicht nur das Zuhause erklärt, sondern auch für das Ehrenamt von unschätzbarem Wert ist. Und Jonas Hoffmann vom TSV Dachau 1865 ergänzt: „Ohne die lokale Berichterstattung wüssten viele Leute nicht, was hier um sie herum passiert.“ Auch Sabine Winter, Tennisprofi, hebt hervor, dass ohne lokale Berichterstattung viele Sportgeschichten einfach im Verborgenen bleiben würden. Das ist schade, denn es sind genau diese Geschichten, die uns verbinden.
Der Blick in die Zeitung – ein fester Bestandteil des Morgens
Für Bäckermeister Hansi Wörmann ist der Blick in die Zeitung ein fester Bestandteil seines Morgens. „Es gehört dazu, wie das Brot zu meinem Handwerk“, sagt er mit einem Lächeln. Selbst Oberbürgermeister Florian Hartmann betrachtet die Dachauer Nachrichten als Pflichtlektüre. „Sie sind nicht nur informativ, sie sind ein Teil unserer Kultur“, bringt er es auf den Punkt. Das bringt uns zu einem wichtigen Aspekt: Lokaljournalismus verbindet Menschen und gibt dem Landkreis eine Stimme. Magic Maxl sagt es treffend: „Er bringt den Blick auf das unmittelbare Umfeld zurück.“
Doch es gibt Herausforderungen, die wir nicht ignorieren dürfen. Das Dachauer Forum hat die Aktion „Fakefrei“ ins Leben gerufen, um gegen die Desinformation vorzugehen. Unter dem Motto „Wissen, was man glaubt“ soll Medienkompetenz vermittelt werden. CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler stellt fest, dass in der Medienkompetenz „noch deutlich Luft nach oben“ ist. Das Programm zielt darauf ab, die Bürger zu sensibilisieren und zu schulen, damit sie Falschinformationen besser erkennen können. Medienpädagogin Lisa Mutschke referierte kürzlich über die Medienkompetenz junger Menschen und stellte fest, dass die „Generation always on“ durch soziale Medien einen erweiterten Lebensraum hat, aber auch anfällig für Desinformation ist.
Gegenseitige Verantwortung für Informationskompetenz
Die Ergebnisse der Jim-Studie 2024 zeigen alarmierende Zahlen: 58 Prozent der 1200 Befragten nutzen Radio zur Informationsbeschaffung, und die sozialen Medien, einschließlich Messenger-Diensten und TikTok, sind auf dem Vormarsch. Jugendliche verbringen im Schnitt 209 Minuten täglich im Internet, was die Gefahr von Falschinformationen nur erhöht. Mutschke gibt praktische Tipps zur Förderung der Informationskompetenz und zur Erkennung von Fake News. Kriterien wie das Alter des Accounts und die Anzahl der Follower sind dabei entscheidend. Die Botschaft ist klar: Die Stärkung von Qualitätsmedien und lokaler Presse bleibt eine wichtige Aufgabe.
Es ist ermutigend zu sehen, wie engagiert sich die Menschen in Dachau für eine informierte Gesellschaft einsetzen. Und während wir uns in die digitale Zukunft bewegen, bleibt der Lokaljournalismus ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags – er bringt uns nicht nur Nachrichten, sondern auch die Geschichten, die unsere Gemeinschaft prägen.