Am 20. April 2026 fand im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau eine bewegende Benefizlesung statt, die vom Elisabeth Hospizverein Dachau in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Dachau organisiert wurde. Rund 90 Besucher folgten der Einladung und erlebten einen eindrucksvollen Abend, der die Themen Sterben, Abschied und Trauer in den Mittelpunkt stellte.

Karin Hoisl-Schmidt teilte mit den Anwesenden die bewegende Geschichte ihres Vaters, einem wortkargen Mann aus Niederbayern. Ihr Abschied von ihm war geprägt von tiefen Emotionen, als er sich gegen eine weitere Dialyse entschied. Dieser Schritt markierte den Beginn seines letzten Weges, und Hoisl-Schmidt beschrieb eindringlich die sieben Tage, die sie an seinem Sterbebett verbrachte. Diese intensive Zeit veränderte nicht nur ihre Beziehung, sondern bot auch Raum für persönliche Erinnerungen und den Austausch mit dem Publikum.

Musikalische Begleitung und Spendenaktion

Die Lesung wurde durch musikalische Beiträge ergänzt, die eine tiefere Atmosphäre schufen und die emotionalen Erlebnisse unterstrichen. Dabei wurde auch das Engagement des Elisabeth Hospizvereins deutlich, der ehrenamtliche Hospizbegleiter ausbildet, um schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige zu unterstützen. Der Verein bietet zudem Letzte-Hilfe-Kurse sowie ein Grundseminar zur Vorbereitung auf die ehrenamtliche Hospizbegleitung an. Diese Angebote sind von großer Bedeutung, da sie helfen, die oft schweren Themen rund um den Tod und das Sterben zu enttabuisieren.

Besonders erfreulich war, dass bei der Benefizlesung insgesamt 477 Euro an Spenden gesammelt wurden. Diese Mittel fließen direkt in die Arbeit des Hospizvereins, der sich in den Räumlichkeiten des Caritas-Zentrums an der Landsberger Straße 11 befindet und stets nach engagierten Menschen sucht, die die direkte Begleitung oder unterstützende Aufgaben übernehmen möchten.

Einladung zur Auseinandersetzung mit dem Lebensende

Die Veranstaltung bot nicht nur Raum für individuelle Geschichten, sondern auch für eine kollektive Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben. Der Elisabeth Hospizverein betont die Wichtigkeit, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, um Ängste abzubauen und Verständnis zu fördern. In einer Zeit, in der der Tod oft aus dem öffentlichen Diskurs verbannt wird, ist es umso wichtiger, solche Gespräche zu führen und den Mut zu haben, über Abschied und Trauer zu sprechen.

Für weitere Informationen über den Elisabeth Hospizverein und seine Angebote können Interessierte die Website des Vereins besuchen oder direkt telefonisch Kontakt aufnehmen. Der Austausch über das sensible Thema Sterben kann nicht nur Trost spenden, sondern auch dazu beitragen, dass wir alle mit mehr Verständnis und Mitgefühl auf unsere Mitmenschen zugehen.