Dachau radelt gegen Lücken: ADFC-Demo für sichere Fahrradwege!
In Dachau wird der Radverkehr immer mehr zum Thema der Diskussion. Bei einer aktuellen Fahrraddemo des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) fanden sich etwa 25 Teilnehmende am Dachauer Bahnhof ein, um auf die Missstände im Radwegenetz aufmerksam zu machen. Unter den Demonstranten war auch Norbert Bandt, ein 60-jähriger Systemberater und ADFC-Mitglied, der die Initiative zu diesem Protest ergriff. „Es kann nicht angehen, dass radeln in Dachau oft gefährlich ist – viele Radwege sind schlicht Gehwege mit dem Schild ‚Fahrrad frei‘“, kritisiert Bandt.
Diese Ansprüche erhebt er im Kontext einer geforderten Verbesserung der Radinfrastruktur in Dachau. Gerade die Tatsache, dass der Bahnhof, ein zentraler Punkt, keinen einzigen Fahrradweg hat, sorgt für Unverständnis. Die Teilnehmenden fordern durchgehende Radwege, die ein sicheres Radeln ermöglichen und keine ständigen Wechsel zwischen Straße und Gehweg erfordern.
Radverkehr in Deutschland
Laut dem Umweltbundesamt verursacht Radfahren keine schädlichen Klimagase, spart Platz und ist geräuscharm. Diese Vorteile machen das Rad zu einem idealen Verkehrsmittel, zumal über 40 % der Autofahrten in Deutschland kürzer als 5 km sind. Mit einer Umstellung auf den Radverkehr könnten nach Berechnungen des Umweltbundesamts pro Person und Kilometer rund 166 g Treibhausgase im Vergleich zum Pkw eingespart werden. Eine Person, die täglich 5 km mit dem Rad zur Arbeit fährt, kann somit jährlich etwa 365 kg CO2-Emissionen einsparen.“
„Radverkehr trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern hilft auch, den Verkehrslärm zu reduzieren. In Deutschland sind etwa 10,2 Millionen Menschen von Lärm über 55 dB(A) betroffen“, so die Behörde weiter. Hier zeigt sich die Dringlichkeit eines Umdenkens in der Verkehrspolitik, das auch in Dachau gefordert wird.
Herausforderungen und Chancen
Der Dachauer Stadtrat und Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) sieht zwar den Nachholbedarf, betont jedoch auch die bestehenden baulichen, rechtlichen und finanziellen Probleme. Ein Beispiel für die baulichen Herausforderungen ist die enge Mittermayerstraße. Koch lobt zwar das bestehende Radkonzept, erklärt aber auch, dass die Umsetzung schrittweise erfolgt. Dies kommt bei den Demonstranten nicht immer gut an: Bandt fordert pragmatische Lösungen, selbst wenn das bedeuten könnte, Parkplätze aufzugeben.
Einer der Teilnehmer, die Grafikerin Kristina Schüngel, berichtet von gefährlichen Begegnungen mit Autofahrern. „Es ist nicht nur die Infrastruktur, die nötig ist, sondern auch die Sicherheit der Radfahrer muss gewährleistet sein“, sagt sie. Viele der Demonstrierenden sind selbst Autofahrer, nutzen jedoch in Dachau häufig das Fahrrad, da es oft die schnellere Alternative darstellt.
Die Botschaft der Fahrraddemo ist klar: Ein besseres Nebeneinander von Fahrrad- und Autoverkehr ist notwendig, um die Lebensqualität in Dachau zu erhöhen. In einer Zeit, in der Deutschland sich verpflichtet hat, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 65 % gegenüber 1990 zu reduzieren, wird der Radverkehr zur Schlüsselstrategie für eine nachhaltige Mobilität, nicht nur hier in der Stadt, sondern auch landesweit. Die gegenwärtigen Herausforderungen erfordern ein Umdenken und innovative Lösungen.


