Heute ist der 26.04.2026 und die Stadt Dachau steht vor einem bedeutenden Umbruch. Das Landratsamt, ein zentraler Ort für die Bürgerinnen und Bürger, soll saniert werden. Die Diskussion um einen möglichen Neubau wurde vorerst gestoppt, denn die Kosten für ein neues Gebäude wären mit rund 100 Millionen Euro, laut kritischen Stimmen sogar bis zu 180 Millionen Euro, exorbitant. Zumindest bis 2027 sind keine Finanzmittel für den Neubau eingeplant, was die Entscheidung für eine Sanierung des bestehenden Landratsamts unumgänglich macht.
Die Sanierung wird auf 16,55 Millionen Euro geschätzt, basierend auf einer gründlichen Expertise von Fachingenieuren. Diese Summe schließt die Reparaturkosten von 8,25 Millionen Euro ein sowie zusätzliche Ausgaben für Barrierefreiheit, die Fassade und strukturelle Verbesserungen. Für mögliche Anpassungen, wie neue Lüftungsanlagen oder Heizungen, sind weitere 1,7 Millionen Euro eingeplant. Die Gesamtsumme könnte durch die Beauftragung eines Totalunternehmers, ähnlich dem Bau des Gymnasiums Röhrmoos, effizient gestaltet werden. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur TU-Option wurde bereits genehmigt und kostet 35.000 Euro.
Fördermöglichkeiten und Kostenstruktur
Die Sanierung des Landratsamts bietet zudem Potenzial für finanzielle Unterstützung. Förderfähige Kosten müssen allerdings die Bedingungen des Investitionszuschusses zur Barrierereduzierung erfüllen. Wichtige Informationen dazu finden sich im Merkblatt zu den Technischen Mindestanforderungen. Zu den förderfähigen Kosten zählen Material- und Arbeitskosten, die im Kostenvoranschlag genau aufgeschlüsselt werden sollten. Handwerker sollten deshalb gebeten werden, eine entsprechende Aufschlüsselung vorzunehmen, um alle potenziellen Zuschüsse optimal zu nutzen.
Es ist erwähnenswert, dass bestimmte Kosten, wie neue Einbauküchen oder Einrichtungsgegenstände, nicht förderfähig sind. Das gilt auch für neue Satellitenanlagen nach Dachsanierungen. Bei der Sanierung des Landratsamts sind die Auslagerungs- und Anmietkosten während der Bauphase nicht zu vernachlässigen und summieren sich auf 1,1 Millionen Euro pro Jahr, während räumliche Anpassungen mit 1,55 Millionen Euro zu Buche schlagen.
Wirtschaftliche Überlegungen und Ausblick
Angesichts der hohen Kosten und der Komplexität der Sanierung stellt sich die Frage, wie Dachau die finanziellen Herausforderungen meistern wird. Die Entscheidung, das alte Landratsamt zu sanieren, anstatt ein neues zu errichten, könnte sich als wirtschaftlich sinnvoll erweisen, insbesondere wenn die Sanierungsmaßnahmen effizient umgesetzt werden können. Die Möglichkeit, durch Fördermittel zusätzliche finanzielle Entlastung zu erhalten, wird jedoch eine entscheidende Rolle spielen, um die Belastung für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger zu minimieren.
Insgesamt zeigt der aktuelle Stand der Dinge, dass Dachau vor einer spannenden, aber herausfordernden Zeit steht. Die Sanierung des Landratsamts könnte nicht nur die bauliche Substanz der Stadt verbessern, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung Barrierefreiheit und moderne Infrastruktur darstellen. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen gespannt sein, wie es weitergeht und welche Lösungen gefunden werden, um die Herausforderungen der Sanierung erfolgreich zu meistern.