Am 4. Mai 2026 erlebte Neustadt bei Coburg einen unvergesslichen Abend, der alles andere als gewöhnlich war. Was als harmlose Meldung eines 33-Jährigen begann, die besorgniserregend laute Miauen aus einem Regenfallrohr in der Damaschkestraße betraf, entpuppte sich schnell als ein wahrer Einsatz für die Feuerwehr und die Polizei. Um 19:30 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert und machten sich auf den Weg, um das vermeintlich in Not geratene Tier zu retten.

Die Feuerwehr rückte mit einer beeindruckenden Ausrüstung an und bestätigte das laute Miauen, das aus dem etwa fünf Meter hohen Regenfallrohr drang. Um Zugang zu dem Rohr zu erhalten, musste die Hauswand geöffnet werden. Mit einer Schlagbohrmaschine, einem Trennschleifer und einem Multitool gingen die Einsatzkräfte ans Werk. Parallel dazu wurde auch der mögliche Ausgang des Regenwassersystems auf der Rückseite des Gebäudes überprüft. Nach rund zwei Stunden intensiver Suche kam schließlich die Aufklärung: Das Tier war kein Kätzchen, sondern ein Baby-Marder! Komischerweise schrie der Kleine so täuschend echt wie eine Katze, dass er die Einsatzkräfte ordentlich in die Irre geführt hatte.

Rettung mit einem besonderen Werkzeug

Die Entscheidung fiel, das Marder-Baby mit einem Staubsauger zu retten – ja, richtig gehört! Um größere Schäden am Mauerwerk zu vermeiden, wurde ein Industriegerät verwendet, um das Tier vorsichtig anzusaugen und aus dem Regenrohr zu befreien. Eine Tierrettung der etwas anderen Art, aber hey, wenn’s funktioniert! Nach der erfolgreichen Rettung wurde der kleine Marder zur weiteren Versorgung in eine Tierklinik gebracht. Das Tier gehört zur Familie der Mustelidae, zu der auch Otter, Dachse, Wiesel und Iltisse zählen. In Deutschland sind vor allem Steinmarder und Baummarder verbreitet. Steinmarder haben sich besonders gut an urbane Lebensräume angepasst und leben häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen.

Die ganze Aktion war nicht nur spannend, sondern auch lehrreich. Viele wissen vielleicht nicht, dass Marder-Babys, obwohl sie so klein und schutzbedürftig wirken, ganz schön laut sein können. Und dass sie beim Schreien oftmals den Klang von Katzen imitieren, ist eine interessante Tatsache, die sicherlich den ein oder anderen überraschen dürfte. So wurde aus einem vermeintlichen Katzeneinsatz ein kleiner tierischer Abenteuerbericht, der in Neustadt bei Coburg sicher noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird.