Das Kaufverhalten der Deutschen hat sich in den letzten Jahren stark verändert, insbesondere im Bereich der Mode und Bekleidung. Laut einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsinstituts Innofact, die im Auftrag des Modeverbands GermanFashion durchgeführt wurde, ist das Interesse an modischen Trends deutlich gesunken. Die Befragung von über 1.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren im April 2026 zeigt, dass 40% der Teilnehmenden sich nicht aktiv über Mode informieren, was einen Anstieg von 11% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im Jahr 2022 waren es erst 29% der Befragten, die keine Informationen über aktuelle Trends suchten. [np-coburg.de] berichtet über diese Entwicklungen und deren Implikationen.

Frauen zeigen nach wie vor ein größeres Interesse an Mode als Männer, allerdings sinkt auch bei ihnen die aktive Informationsbeschaffung. Die häufigste Informationsquelle sind Bekleidungsgeschäfte mit 29%, gefolgt von Gesprächen mit Freunden (19%), Websites von Händlern (18%) und sozialen Netzwerken (16%). Trotz der Möglichkeiten, sich zu informieren, bleibt der Trend zur weniger aktiven Auseinandersetzung bestehen. Dies könnte auch mit den wirtschaftlichen Bedingungen zusammenhängen, die viele Konsumenten zum Sparen anregen.

Rückgang bei Nachhaltigkeit

Ein interessantes, wenn auch besorgniserregendes Ergebnis der Umfrage ist der Rückgang der Relevanz von Nachhaltigkeit beim Kauf von Bekleidung. 71% der Befragten geben an, dass Nachhaltigkeit für sie wichtig ist, während dieser Wert im Jahr 2022 bei 77% lag. Insbesondere diejenigen, die besonderen Wert auf nachhaltige und umweltfreundliche Herstellung legen, haben von 71% auf 60% abgenommen. Auch die Bedeutung von Nachhaltigkeits-Siegeln hat abgenommen – nur 42% der Befragten achten darauf, während es 2022 noch 52% waren. [gesamtmasche.de] hebt hervor, dass sich diese Entwicklung zeigt: Preis und Qualität stehen mittlerweile viel klarer im Fokus der Kaufentscheidungen.

Die bevorzugten Auswahlkriterien für Kaufentscheidungen haben sich klar in Richtung Preis-Leistungs-Verhältnis, gute Passform, Bequemlichkeit und hohe Qualität verschoben. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass 52% der Befragten beim Kauf von Bekleidung und Accessoires sparen, was die Bedeutung wirtschaftlicher Erwägungen unterstreicht.

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Veränderungen im Kaufverhalten

Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung ist der Rückgang des Einkaufsverhaltens im stationären Handel. Im Vergleich zu 2022 ist der Anteil der Käufer, die Kleidung in physischen Geschäften erwerben, um 8 Prozentpunkte gesunken. Heute kaufen 37% ihre Kleidung bei großen Filialen wie H&M, Zara oder C&A, während 34% lieber den örtlichen Fachhandel oder Online-Plattformen nutzen. Im Schnitt verwenden Konsumenten für ihren Einkauf nur noch 3,4 Kanäle, im Vergleich zu 4,3 im Jahr 2022. Dies zeigt, dass die digitalen Möglichkeiten zunehmend den traditionellen Einzelhandel verdrängen.

In wirtschaftlicher Hinsicht haben die Preise für Modeartikel zwar zugenommen, dennoch liegen diese nicht ganz so stark im Vergleich zu anderen Produkten. Beispielsweise ist der Preis für Herrenhemden um 15% seit 2020 gestiegen, während Kinderschuhe 12% und Damenshirts 6% teurer wurden. Im Vergleich dazu sind die Verbraucherpreise insgesamt um über 24% angestiegen, wovon Nahrungsmittel sogar um 37% betroffen sind. Hier zeigt sich, dass das Bewusstsein für Preisleistungsverhältnisse für viele Konsumenten entscheidend geworden ist.

Die Umfragen lassen darauf schließen, dass die ökonomischen Herausforderungen der letzten Jahre, wie Inflation und steigende Lebenshaltungskosten, erhebliche Auswirkungen auf die Kaufgewohnheiten der Deutschen haben. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends in Zukunft entwickeln werden, aber eines scheint klar: Mode und Nachhaltigkeit wandeln sich in den Köpfen der Verbraucher.

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