Töpferkunst im Fluss der Zeit: Die Cham-Kultur in Khanh Hoa
Inmitten der malerischen Landschaft der Provinz Khanh Hoa, wo der Fluss sanft die Ufer umschmeichelt, gibt es einen Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint: die Töpferkooperative Bau Truc Cham in Ninh Phuoc. Hier treffen sich an den Wochenenden viele Besucher, um die Kunsthandwerker bei ihrer traditionellen Töpferkunst zu beobachten. Es ist nicht nur ein Anblick, sondern ein Erlebnis, das die Sinne anregt und den Geist belebt.
Frau Truong Thi Gach, eine wahre Legende der Töpferei, ist seit über 50 Jahren im Geschäft und hat in dieser Zeit Tausende von Töpferwaren geschaffen. Die Töpferei ist für sie nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Lebensgrundlage und Teil ihres spirituellen Lebens. Die handgefertigten Stücke der Bau Truc sind nicht nur Gebrauchsgegenstände – sie sind Träger der Cham-Kultur und ein wertvolles kulturelles Erbe. Dabei spielt die Rolle der Cham-Frauen im Formgebungsprozess eine zentrale Rolle. Der Ton wird von den Flussufern gewonnen, mit Sand vermischt und anschließend mit viel Geschick von den Kunsthandwerkerinnen geknetet.
Ein Blick auf die kulturelle Bedeutung
Die Töpferwaren, die hier hergestellt werden, sind mehr als nur Keramik – sie sind Ausdruck der Cham-Kultur. Luu Dan Quoc Doanh arbeitet gerade an einer Ganesha-Statue, die Intelligenz, Glück und Erfolg symbolisiert. Der Brennvorgang erfolgt im Freien über Holzfeuer, was den Töpferwaren ihre charakteristischen Farben verleiht. Dr. Nguyen Duy Thieu hebt die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Töpferkunst der Cham hervor. Diese Tradition hat jedoch mit Herausforderungen zu kämpfen. Geringe Einkommen hindern viele junge Menschen daran, sich dem Handwerk zu widmen, was die Wissensweitergabe an zukünftige Generationen gefährdet.
Professor Nguyen Van Kim beschreibt die Cham-Kultur als einen unverzichtbaren Teil der Geschichte und Kultur Champas. Diese Kultur umfasst nicht nur die Töpferei, sondern auch religiöse Bauwerke, die als nationale Gedenkstätten anerkannt sind, sowie nationale Schätze und antike Manuskripte. Die Vielfalt an materiellem und immateriellem Kulturerbe, zu der auch traditionelle Feste und Musik gehören, trägt zur einzigartigen Schönheit der Cham-Kultur bei.
Eine große Veranstaltung, organisiert vom Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus in Zusammenarbeit mit der Provinz Khanh Hoa, zeigt, wie lebendig und relevant die Cham-Kultur ist. Hunderte von Kunsthandwerkern, Künstlern und Angehörigen der Cham-Volksgruppe nehmen an Festivals teil, die traditionelle Rituale nachstellen. Diese Feste ziehen Teilnehmer aus sieben verschiedenen Provinzen und Städten an – eine beeindruckende Demonstration der kulturellen Einheit und Vielfalt.
Herausforderungen und Zukunft
Trotz der lebendigen Traditionen sieht sich die Cham-Kultur erheblichen Herausforderungen gegenüber. Klimabedingungen und Umwelteinflüsse bedrohen die wertvollen Cham-Relikte in der Region. Konservierungsmaßnahmen sind dringend erforderlich. Kunsthandwerker wie Phu Binh Don betonen die Bedeutung der Wissensweitergabe an nachfolgende Generationen, um sicherzustellen, dass die Traditionen nicht in Vergessenheit geraten. Nguyen Viet Hung hebt die Rolle der Cham als Teil der vietnamesischen Volksgruppen hervor, deren kulturelles Erbe bewahrt werden muss.
Die Provinz Khanh Hoa hat sich verpflichtet, die traditionellen Kulturwerte zu erhalten und Kunsthandwerker zu unterstützen. In einer Zeit der Digitalisierung wird auch an der Verknüpfung des Kulturerbes mit wirtschaftlicher Entwicklung und Tourismus gearbeitet. Ein Vorschlag zur Aufnahme des immateriellen Erbes „Praktiken der Verehrung der Muttergöttin Thien YA Na/Po Inu Nugar“ in die UNESCO-Liste könnte ein weiterer Schritt in Richtung internationaler Anerkennung sein.
In dieser dynamischen Welt, in der das Alte und das Neue oft aufeinanderprallen, bleibt die Herausforderung, die Traditionen der Cham-Kultur lebendig zu halten, von höchster Bedeutung. Die Leidenschaft und das Engagement der Kunsthandwerker zeigen, dass die Wurzeln der Cham-Kultur stark sind und die Hoffnung auf eine blühende Zukunft bestehen bleibt.
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