Der Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in Bad Gögging am vergangenen Wochenende hat für einige hitzige Diskussionen gesorgt. Ein zentrales Thema war die Neufassung der Spielordnung, die am 1. Juli 2026 in Kraft tritt. Unter den 244 stimmberechtigten Delegierten wurde die Einführung einer Sperre nach Gelb-Rot sowie nach der fünften Gelben Karte beschlossen, was nicht bei allen Trainern auf Zustimmung stieß. Während die Abschaffung der Zehn-Minuten-Zeitstrafe im Erwachsenenbereich als positive Maßnahme angesehen wird, gibt es große Bedenken hinsichtlich der neuen Sperrenregelungen, speziell für kleinere Vereine. [Mittelbayerische] berichtet, dass Trainer Faruk Maloku vom Chamer Fußballverein beispielsweise die Abschaffung der Zehn-Minuten-Strafe begrüßt, jedoch vor den Herausforderungen warnt, die sich aus der neuen Regelung ergeben könnten, insbesondere für Mannschaften mit kleinen Kadern.
Christian Ranzinger, Trainer des 1. FC Bad Kötzting, teilt diese Bedenken und kritisiert die neuen Sperren. „Die unterschiedlichen Bewertungen der Zehn-Minuten-Strafe haben oft zu Unklarheiten geführt“, merkt er an. Auch Trainer Lorenz Kowalski von Lams äußert seine Skepsis und ist gegen die Übernahme von Regelungen aus dem Profibereich in den Amateursport. Dies zeigt ein gewisses Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen kleinerer Vereine und den neuen Anforderungen, die durch die Reform in Kraft treten.
Änderungen im Detail
Zudem wurde der Paragraf 34 präzisiert, der die Einsatzregelungen für Spieler in verschiedenen Mannschaften betrifft. Früher gab es strikte Sperren von bis zu zwei Partien oder maximal 15 Tagen für Spieler, die in einer höheren Klasse zum Einsatz kamen. Künftig reicht ein Einsatz in einer höherklassigen Mannschaft, um eine Sperre im nächsten Meisterschaftsspiel der unterklassigen Truppe zu erhalten, mit Ausnahmen für U23-Spieler und zwei in der zweiten Halbzeit eingewechselte Spieler. Diese Erleichterungen besonders für Vereine auf Kreisebene könnten die Nutzung der Spielerressourcen flexibler gestalten. [Merkur] hebt hervor, dass der Beteiligungsprozess zur Änderung des Paragrafen 34 über ein Jahr gedauert hat, in dem über 650 Vertreter eingebunden waren.
Die Abschaffung der Zehn-Minuten-Zeitstrafe war eine weiterer Punkt, der von den Delegierten begrüßt wurde. Hintergrund sind die Änderungen der Vorgaben durch das International Football Association Board (IFAB), die darauf abzielen, das Spiel gerechter und flüssiger zu gestalten. Trainer Christian Most vom SV Schwandorf-Ettmannsdorf sieht die positiven Aspekte in der Abschaffung, kann aber die neuen Regelungen zur fünften Gelben Karte nicht ganz nachvollziehen. Er warnt, dass gerade kleinere Vereine durch diese Regelungen benachteiligt werden könnten.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Regelungen auf den Amateursport in Bayern auswirken werden. Die gemischten Reaktionen der Trainer deuten darauf hin, dass hier ein gewisser Anpassungsdruck auf die Vereine und ihre Spieler zukommen wird. Die Herausforderungen, die mit der Umsetzung dieser Änderungen einhergehen, könnten für einige Clubs eine ganz besondere Hürde darstellen. Fußball lebt von der Leidenschaft und dem Engagement seiner Spieler und Vereine – das gilt es zu bewahren, auch bei den neuen Vorgaben.