In der Stadt Huế hat das Zentrale Hilfskomitee der Vaterländischen Front Vietnams ein beeindruckendes Hilfsprogramm ins Leben gerufen, um den Flutopfern der verheerenden Überschwemmungen im Oktober und November 2025 unter die Arme zu greifen. Anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes 2026 werden stolze 67,8 Milliarden VND bereitgestellt, um den betroffenen Haushalten zu helfen. Doch, wie so oft bei solchen Programmen, gibt es auch Herausforderungen zu bewältigen.

Insgesamt wurden etwa 20.000 von 32.000 Haushalten im Bezirk Phu Xuan von den Überschwemmungen heftig getroffen. Das Volkskomitee wurde beauftragt, eine Liste der Anspruchsberechtigten für das Programm „Wiederaufbau nach der Katastrophe“ zu erstellen. Doch ungenaue Listen in einigen Wohngebieten führten zu großen Verwirrungen. So berichteten Herr Tran Anh Tuan und Herr Nguyen Ba Thanh, die beide unter den Flutschäden leiden, dass sie nicht in die Liste der Hilfsberechtigten aufgenommen wurden. Herr Thanh beklagte sich über die schweren Schäden an seinem Haus und seinen Besitztümern.

Hürden bei der Auszahlung

Die Überprüfung der Anspruchsberechtigten stellte sich als langwierig und kompliziert heraus. Von 47 angeforderten Gruppen schlossen nur 31 die Überprüfung ab und reichten ihre Listen fristgerecht ein. Die Frist zur Überprüfung war kurz, die Ergebnisse mussten bis zum 10. November 2025 vorliegen. Am 9. November 2025 wurde schließlich eine Liste der betroffenen Familien erstellt, die 3.548 Haushalte umfasste. Am 5. Februar 2026 wurde dann beschlossen, 10,6 Milliarden VND an Unterstützungsgeldern bereitzustellen, was etwa 22.618 Haushalten zugutekommt.

Die Zahlungen wurden in vielen Gemeinden vor dem chinesischen Neujahr abgeschlossen, während andere erst im April 2026 mit der Auszahlung beginnen konnten. In einigen Gemeinden gab es unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Ermittlung der Anspruchsberechtigten, was zu zusätzlicher Verwirrung führte. Um den Grund für diese Verzögerungen zu klären, wurden zwei Arbeitsgruppen eingerichtet, die den Verifizierungsprozess überprüfen sollten.

Wiederaufbau mit Weitblick

Der Wiederaufbau, der nach derartigen Katastrophen notwendig ist, verdient besondere Beachtung. So zeigt ein Beispiel von den Philippinen nach dem Taifun Haiyan im Jahr 2013, wie wichtig es ist, zukunftssichere und sturmsichere Wohnlösungen zu entwickeln. Dort wurde ein neuartiger Haustyp eingeführt, der einen stabilen, fest gemauerten unteren Teil hat, um Schutz vor Sturm und Flut zu bieten. Der obere Teil besteht aus regionaltypischem Flechtmaterial, das nicht nur kostengünstig ist, sondern auch von den Bewohnern selbst erneuert werden kann.

Die Erfahrungen aus solchen Projekten sind von unschätzbarem Wert, insbesondere wenn man bedenkt, dass viele Menschen in den sturmsicheren Häusern aus vorherigen Projekten Schutz finden konnten, als der Tropensturm Fung-Wong im November 2025 erneut Zerstörung anrichtete. Dies könnte als Anregung dienen, auch in Vietnam neue, widerstandsfähige Bauweisen zu fördern, die nicht nur den aktuellen Bedürfnissen gerecht werden, sondern auch zukünftigen Katastrophen standhalten können.

Die Herausforderungen sind groß, doch die Entschlossenheit der Menschen und der Behörden, die Wunden der Naturkatastrophe zu heilen, zeigt, dass Hoffnung und Solidarität auch in schwierigen Zeiten blühen können.